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Mädchen treibt leblos im Schwimmbecken

Hamelnerin rettet Kleinkind vor dem Ertrinken

Hameln. Eine Hamelnerin hat am Sonntagnachmittag einem anderthalb Jahre alten Kind das Leben gerettet. Das kleine Mädchen lag leblos auf dem Boden des Nichtschwimmer-Beckens des Südbades. Nurdane Gürek handelte sofort - sie sprang ins Wasser, zog das Kind heraus und brachte es rasch an Land.

veröffentlicht am 05.06.2016 um 18:14 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:08 Uhr

Foto: pr
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Die 35-Jährige hielt das Mädchen mit dem Kopf nach unten, sodass verschlucktes Wasser aus den Atmungsorganen herauslaufen konnte. Danach machte die Ersthelferin mit einer Hand kreisende Bewegungen auf dem Rücken des bereits im Gesicht blau angelaufenen Kleinkindes. Zum Glück fing das Mädchen schon kurz darauf wieder an zu atmen. Als Nurdane Gürek laut um Hilfe rief, eilten mehrere Leute, darunter auch der Schwimmmeister, herbei. Notarzt und Rettungsdienst wurden verständigt. Das Kind sei längere Zeit von dem Team behandelt worden, berichteten Augenzeugen. Wenig später landete Rettungshubschrauber „Christoph 4“ im benachbarten Weserbergland-Stadion. Mit Blaulicht und Sirene brachte die Hamelner Feuerwehr den Schlüssel für das sogenannte Unfall-Tor. Der Bademeister hatte allerdings bereits das Schloss geöffnet und damit den Weg für die Retter freigemacht. Ein Ermittler der Polizei sagte im Gespräch mit der Dewezet, die Notärztin habe ihm gesagt, dass das kleine Mädchen nicht mehr in Lebensgefahr schwebt. Die Hubschrauber-Besatzung flog die Eineinhalbjährige zum Kinderkrankenhaus auf der Bult nach Hannover.

Nach Angaben der Polizei hatten die Eltern das Südbad gemeinsam mit ihren drei Kindern besucht. Die Erwachsenen hätten gerade das Mittagessen zubereitet, als das kleine Mädchen in einem unbeobachteten Moment weggegangen sei. Als Mutter und Vater das Fehlen ihrer Tochter bemerkten, machten sie sich auf die Suche nach der Kleinen. Sie bemerkten schließlich die Rettungsaktion am Beckenrand und stellten fest, dass es ihr Kind war, das ins Wasser gestürzt war.

Nurdane Gürek war mit ihren Kindern Can, Asya und Melike im Südbad. Die Türkin lebt seit 16 Jahren in Hameln. Die Soziologin arbeitet bei der Gesellschaft für soziale Arbeit „K + X“ als Familienhelferin und als Betreuungskraft in der Hamelner Basbergschule. Jedes Jahr frischt sie ihren Erste-Hilfe-Kurs auf. Das Training hat sich ausgezahlt. Gegen 14 Uhr schaute sie zufällig zum Nichtschwimmerbecken. „Ich habe die Füße eines Kindes gesehen. Sie schauten heraus und bewegten sich in der Luft. Der Kopf war unter Wasser. Weil eine Frau in unmittelbarer Nähe war, glaubte ich im ersten Moment, eine Mutter bringe ihrem Kind das Schwimmen bei.“ Nach vielleicht 15 bis 20 Sekunden habe sie aber noch einmal hingeschaut. Irgendwie habe sie so ein komisches Gefühl gehabt. „Das lag das Kind auf dem Beckenboden. Da war mir klar: Es ist etwas Schlimmes passiert.“ Wäre Nurdane Gürek nicht gewesen, hätte das kleine Mädchen wohl nicht überlebt. „Es war ganz schrecklich. Ich hoffe, dass es der Kleinen schon bald wieder gut geht“, sagt die Mutter von drei Kindern (9, 11, 14), die schon bald die deutsche Staatsbürgschaft beantragen möchte. Was sie nicht begreifen kann: „Da waren so viele Menschen - und niemand hat etwas bemerkt.“

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