weather-image
Krankenpfleger holt Mieter aus brennender Wohnung / 57-Jähriger in Klinik eingeliefert

Hamelner wird zum Lebensretter

HAMELN. Am Dienstagmorgen hat es in einer Dachstuhlwohnung in der Straße Gänsefüße gebrannt. Glücklicherweise war ein Krankenpfleger eines Pflegedienstes zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Er holte seinen im Qualm auf den Sofa sitzenden Kunden aus der Wohnung und rettete ihm damit das Leben.

veröffentlicht am 13.03.2018 um 10:35 Uhr
aktualisiert am 13.03.2018 um 16:20 Uhr

Lebensretter Michael Stolpe. Foto: ube
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Als Michael Stolpe am Dienstagmorgen in einem Mehrfamilienhaus an der Straße „Gänsefüße“ die Tür zu einer Wohnung aufschloss, war alles wie immer. Kein Geräusch, kein Geruch wies in diesem Moment darauf hin, dass sich in der Dachwohnung gerade Flammen durch den Fußboden fraßen und gefährliche Rauchgase aufstiegen. Um 7.15 Uhr wollte der Krankenpfleger des Hamelner Pflegedienstes „Pro Human“ seinem 57 Jahre alten Kunden einen Besuch abstatten. „Er war dran.“ Stolpe war – wie er selbst sagt – „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ – zum Glück. „Die Wohnung war verraucht, in der Küche brannte es“, erzählt der 49-Jährige. Sofort machte sich der Pfleger auf die Suche nach dem Mieter. „Er saß im Qualm auf dem Sofa.“ Michael Stolpe holte den Hamelner sofort aus der Wohnung – und wurde so zum Lebensretter. „Wäre der Krankenpfleger nicht gekommen, hätte der Mann wohl keine Überlebenschance gehabt“, sagt Brandamtmann Thomas Breitkopf vom Einsatzführungsdienst der Hamelner Feuerwehr. Brandgase seien sehr giftig, schiebt er hinterher. Auch der komplette Dachstuhl hätte nach Meinung des erfahrenen Feuerwehrmannes innerhalb kürzester Zeit in Brand geraten können.

Michael Stolpe brachte seinen „Patienten“ ins Treppenhaus. „Ich habe ihn untergehakt, weil er immer wieder versucht hat, zurück in seine verqualmte Wohnung zu gehen.“ Der Ersthelfer zückte sein Handy, wählte den Notruf 112 und verständigte die Feuerwehr. Dann ging er nach unten, um bei den anderen Hausbewohnern zu klingeln und sie zu warnen. Der gerettete Mieter nutzte diese Gelegenheit und ging – warum auch immer – zurück in seiner Wohnung.

Der Hauseigentümer (69) war – aufgeschreckt vom Stimmengewirr im Treppenhaus – bereits auf die brenzlige Situation aufmerksam geworden. Er schnappte sich einen Pulverlöscher, hielt damit die Flammen in Schach. „Wenn man einen Feuerlöscher hat, dann sollte man ihn auch benutzten“, sagte der Mann, der erst am Sonntag aus Hamburg angereist war. Dabei lächelt er.

Foto: ube
  • Foto: ube
Foto: ube
  • Foto: ube
Foto: ube
  • Foto: ube
Foto: ube
  • Foto: ube
Foto: ube
Foto: ube
Foto: ube
Foto: ube

Die Hamelner Feuerwehr war rasch mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften zur Stelle. Dieter Bockmann und Tobias Klee hatten sich bereits auf der Fahrt zum Einsatzort mit schwerem Atemschutz ausgerüstet. Der sogenannte Angriffstrupp wollte keine Zeit verlieren. Die Leitstelle hatte zudem gemeldet, dass ein Menschenleben in Gefahr sein könnte. Die Männer holten den Mieter aus der Wohnung, übergaben ihn dem bereitstehenden Rettungsdienst der Feuerwehr. Ein Notarztteam kümmerte sich um den Mann, brachte ihn mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.

Bockmann und Klee löschten derweil die Glut in der Küche, setzten eine Säbelzahnsäge ein, um an die Brandnester im Boden heranzukommen. „Das Feuer hat ein Loch durch Laminat und Holzdielen gebrannt. Sogar ein Balken in der Lehmschlagdecke ist verkohlt“, sagte Einsatzleiter Breitkopf. Feuerwehrleute brachten Brandschutt nach draußen, löschten ihn dort ab, um einen Wasserschaden zu verhindern.

Die Ursache des Feuers ist noch unbekannt. Ermittler der Tatort-Gruppe suchten nach Spuren, befragten Zeugen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt