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Bundesweite Durchsuchungsaktion / Mehr als 100 Beschuldigte

Hamelner Schützen des SSV 2000 sollen illegal Nachweise verkauft haben

Hameln/Weserbergland. Die Polizei hat am Morgen rund 100 Wohnungen in Niedersachsen und NRW. Laut Staatsanwaltschaft geht es um den Verdacht auf illegalen Waffenbesitz und Betrug. Schwerpunkt der Razzien soll Hameln gewesen sein.

veröffentlicht am 19.05.2016 um 10:07 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:14 Uhr

Ulrich Behmann

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Chefreporter zur Autorenseite

Mit einem Großaufgebot an Kräften durchsuchen Polizisten seit dem frühen Donnerstagmorgen bundesweit mehr als 90 Objekte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Hamburg und in Süddeutschland. Der Auftrag der Fahnder lautet:  großkalibrige Waffen sicherstellen. Wer sie im Besitz hat, ist bekannt. Die Personen haben offizielle Papiere. Diese sollen sie sich jedoch erkauft haben.

Im Fokus der Ermittlungen steht nach Informationen der Dewezet der Schießsportverein Hameln 2000 e.V. Einzelne Mitglieder stehen im Verdacht, Sachkunde-Nachweise gegen Geld abgegeben zu haben. Mit den illegal erworbenen Dokumenten sollen sich Mitglieder bei den zuständigen Kreisbehörden Waffenbesitzkarten erschlichen haben.

Die Zentralstelle für Korruptionsstraftaten, eine Spezialdienststelle der Staatsanwaltschaft Hannover, leitet den Großeinsatz, die Polizeidirektion Hannover führt ihn mit Unterstützung lokaler Dienststellen durch. Durchsuchungen fanden unter anderem in Hameln, Emmerthal, Bad Münder, Bad Pyrmont, Springe, Bückeburg, aber auch in den Landkreisen Schaumburg und Holzminden statt. „Wir ermitteln gegen mehr als 100 Beschuldigte wegen Bestechung und Bestechlichkeit“, sagt Staatsanwältin Kathrin Söfker im Gespräch mit der Dewezet.

Die Anti-Korruptionsbehörde hat den Verdacht, dass viele SSV-Mitglieder nur auf dem Papier Mitglied waren und keine Prüfung abgelegt haben. Stattdessen sollen sie 1000 Euro und auch weitaus höhere vierstellige Summen für den Sachkunden-Nachweis auf den Tisch gelegt haben. An den Durchsuchungsaktionen sind auch Beamte der Inspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden beteiligt. Die Polizeidienststellen sind angehalten, keine Auskünfte zu erteilen. Die Pressehoheit habe die Staatsanwaltschaft Hannover, hieß es.     



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