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Polizisten retten ihn – und werden von ihm zum Dank beleidigt

Hamelner grillt nachts in Wohnung

HAMELN. Weil Qualm ins Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses an der Basbergstraße waberte, wurde die Feuerwehr am frühen Montagmorgen (2.19 Uhr) alarmiert. Nach ersten Erkenntnissen war der Bewohner auf die Idee gekommen, in seiner Wohnung zu grillen. Zum Dank beschimpfte und beleidigte der aggressive und offenbar betrunkene Mann die Polizisten.

veröffentlicht am 02.07.2018 um 12:45 Uhr

Löschzüge stehen vor dem Mehrfamilienhaus auf der Basbergstraße. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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„Feuer! Menschenleben in Gefahr!“, lautete die Alarmmeldung, die die Löschmannschaften um 2.19 Uhr erreichte. Giftiger Qualm waberte zu diesem Zeitpunkt aus einer Wohnung im Erdgeschoss in das Treppenhaus. Die Leitstelle schickte neben einem Notarzt-Einsatz-Fahrzeug und zwei Rettungswagen auch die rund um die Uhr besetzte Wachbereitschaft sowie alle vier Züge der Ortswehr zu dem Gebäude, in dem zehn Personen gemeldet sind. Eine Streifenwagen-Besatzung erreichte den Brandort noch vor der Feuerwehr. Die Kommissare riskierten ihr Leben, um das Leben eines 48 Jahre alten Hamelners zu retten. Zum Dank beschimpfte und beleidigte der aggressive und offenbar betrunkene Mann die Polizisten. „Verpisst euch, ihr Hurensöhne!“ und noch schlimmere Dinge mussten sich die Beamten nach Angaben von Hauptkommissar Benjamin Schönewald anhören, als sie den Mieter aus seiner verqualmten Wohnung holten. Der renitente Hamelner wurde von der Polizei zum Sana-Klinikum gebracht.

Nach ersten Erkenntnissen ist der Mann zu nachtschlafender Zeit auf die Idee gekommen, in seiner Wohnung zu grillen. Er stellte in der Küche einen Elektro-Grill auf seinen Herd und ließ die Heizstangen glühen. Die Hitze, die der Grill erzeugte, war dermaßen groß, dass Kunststoffteile der Dunstabzugshaube schmolzen. Das habe die Verqualmung verursacht, sagte Stadtbrandmeister Markus Weber vom Einsatzführungsdienst der Feuerwehr Hameln. Eine Hausbewohnerin hatte auf ihrem Balkon gestanden und eine Zigarette geraucht, als sie den Brandgeruch wahrnahm. Sie warnte die Nachbarn. Eine andere Mieterin wählte den Notruf 112. Die Bewohner hätten sich vor Eintreffen der Feuerwehr in Sicherheit gebracht, sagte Weber.

Ausgerüstet mit schwerem Atemschutz ging ein Trupp zur Brandbekämpfung vor. Die Männer trugen den heißen Elektro-Grill nach draußen, ihre Kollegen brachten einen Hochleistungslüfter in Stellung, erzeugten Überdruck und vertrieben die Rauchgase auf diese Weise aus Wohnung und Treppenhaus.

Mit einem Hochleistungslüfter werden giftige Brandgase ins Freie gedrückt. Foto: ube

Nach der Untersuchung im Krankenhaus wurde der bei der Polizei als Aggressor bekannte Hamelner zur Wache gebracht und in eine Ausnüchterungszelle gesperrt. Er habe in diesem Zustand eine Gefahr für sich und andere dargestellt, sagte Hauptkommissar Jens Petersen. Ob die Polizisten über die Beleidigungen hinwegsehen oder ob sie Strafantrag stellen, ist derzeit noch unbekannt.

Dem Hamelner werde die „Taxi“-Fahrt mit dem Streifenwagen und die Übernachtung im Hotel „Zur Zelle“ in Rechnung gestellt, hieß es.

Am späten Sonntagabend gegen 23.30 Uhr waren die Löschmannschaften bereits zum Wilhelmsplatz gerufen worden. In einer leer stehenden Wohnung piepte ein Rauchmelder. Feuerwehrleute öffneten ein auf Kipp stehendes Fenster, stiegen ein und sahen nach dem Rechten. Gebrannt habe es zum Glück nicht, sagte Stadtbrandmeister Weber.

Ebenso verhielt es sich gegen 13 Uhr in einer Wohnung an der Straße „Am Denkmal“ in Hastenbeck. Auch dort hatte ein Rauchmelder ein Feuer angezeigt. Zudem bellte ein Hund. Die Feuerwehren Hameln und Hastenbeck rückten aus. Das Gerät habe ohne erkennbaren Grund angeschlagen, sagte Weber.



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