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Droht via Instagram / Blendgranate gezündet

Hamelner droht Polizisten mit Tod - SEK stürmt Wohnung im Klütviertel

HAMELN. Elitepolizisten eines Spezial-Einsatz-Kommandos (SEK) haben am späten Dienstagabend gegen 22.50 Uhr im Hamelner Klütviertel eine Wohnung gestürmt und einen Mann (32) festgenommen. Der Hamelner hatte via Instagram angegeben, im Besitz von Waffen zu sein und mit dem Tod von Polizisten gedroht.

veröffentlicht am 26.04.2017 um 12:47 Uhr
aktualisiert am 26.04.2017 um 14:51 Uhr

In der vom aufgerammten Tür klafft ein Loch. Feuerwehrleute haben es mit einem Schalbrett abgedeckt. Die Wohnung wurde versiegelt. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Entsprechende Informationen der Dewezet bestätigte am Mittwoch die Inspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden. Die schwer bewaffneten und vermummten SEK-Beamten setzten auf den Überraschungseffekt. Mit einer Ramme wurde in einem Mehrfamilienhaus am Lachsgrund eine Korridortür aufgestoßen und ein sogenannter Irritationskörper gezündet. Für gewöhnlich handelt es sich bei dieser Pyrotechnik um eine Blendgranate, die mit einem lauten Knall explodiert und bei Menschen eine Art Schockstarre erzeugt. Der Hamelner sei von dem Geschehen anfangs sichtlich beeindruckt gewesen, hieß es. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Erst als er abgeführt und zur Wache an der Lohstraße gebracht werden sollte, rastete er völlig aus. Obwohl er an Händen und Füßen gefesselt war, setzte er sich nach Polizeiangaben „in äußerst aggressiver Weise“ zur Wehr. Weil er Polizisten anspuckte, setzten ihm die Beamten eine Spuckhaube auf. Bei dem Tatverdächtigen soll es sich um einen polizeibekannten Gewalttäter handeln, der offiziellen Angaben zufolge in den vergangenen vier Jahren schon zahlreiche Menschen bedroht hat. Der 32-Jährige ist bereits wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Vollzugsbeamte, Bedrohung, Nötigung sowie wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz in Erscheinung getreten. Die Polizei wusste, dass der Mann in bestimmten Situationen „zu Gewaltausbrüchen neigt“. Er gilt als gefährlich und unberechenbar. Deshalb wurde das Spezial-Einsatz-Kommando Niedersachsen zur Unterstützung der Hamelner Kräfte angefordert.

In dem Online-Dienst Instagram soll der Hamelner am Dienstagnachmittag behauptet haben, er sei im Besitz von Gewehren und Munition. Er kündigte zudem an, in der Nacht würden Polizisten in Paderborn sterben. Ermittlern aus Nordrhein-Westfalen gelang es, den zunächst unbekannten Verfasser der Drohung zu identifizieren. Sie informierten ihre Kollegen in Hameln. Das Amtsgericht Paderborn beschloss noch in den späten Nachmittagsstunden, die Wohnung des Verdächtigen durchsuchen zu lassen.

Nach dem Zugriff wurden alle Zimmer in Augenschein genommen. Schusswaffen seien nicht gefunden worden, sagte Oberkommissar Jens Petersen auf Anfrage. Es besteht der Verdacht, dass der Hamelner an einer psychischen Erkrankung leidet. Er wurde deshalb in eine Fachklinik zwangseingewiesen.

Dem Mann werden Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten und Bedrohung vorgeworfen.

Vor zwei Jahren hatte der Hamelner schon einmal Besuch von einem Spezial-Einsatz-Kommando. Auch damals zündeten die Beamten eine Blendgranate. Grund: In der Nacht vom 26. auf den 27. April 2015 soll der Mann im Klütviertel als Reifenstecher unterwegs gewesen sein. Er stand im Verdacht 77 Autos beschädigt und einen Schaden von etwa 15 000 Euro angerichtet zu haben. Auch damals hat er sich selbst im Internet verraten. Fahnder waren bei Recherchen in sozialen Netzwerken auf Einträge und Fotos gestoßen, die den Hamelner mit den Taten in Verbindung brachten.

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