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Mann offenbar schwer verletzt - Justizbeamte haben ihn gerettet

Häftling legt Feuer in Zelle

HAMELN. Ein Häftling der Jugendanstalt Hameln soll am Samstagabend Feuer in seiner Zelle gelegt haben. Der junge Mann wurde von Justizbeamten aus dem verqualmten Raum geholt – ihnen hat er vermutlich sein Leben zu verdanken. Der Gefangene hat offenbar eine schwere Rauchgasvergiftung erlitten.

veröffentlicht am 22.04.2018 um 07:09 Uhr
aktualisiert am 23.04.2018 um 09:04 Uhr

Zellenbrand im Gefängnis - Feuerwehr, Rettungsdienst und Justiz sind im Einsatz. Foto: leo
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Ein Notarztteam versorgte den Verletzten noch in der JA, brachte ihn dann im Rettungswagen ins Krankenhaus.

Ersten Informationen der Justiz zufolge wird er unter Bewachung auf der Intensivstation des Sana-Klinikums behandelt. Zunächst sei sogar angedacht worden, ihn in eine Spezialklinik zu verlegen, sagte Dietmar Müller, Sprecher der Jugendanstalt, auf Anfrage. Um 22.45 Uhr habe die Anstalt erfahren, dass der Verletzte stabil sei und nicht mehr in Lebensgefahr schwebe. Die couragierten Justizbeamten, die sich giftigen Brandgasen ausgesetzt hatten, hätten sich vorsorglich im Krankenhaus untersuchen lassen. „Sie haben zum Glück keine gesundheitlichen Probleme davongetragen.“

„Meine Kollegen haben das Feuer gegen 19.30 Uhr entdeckt, als sie durch die Kommunikationsklappe in den Haftraum schauten“, berichtet Müller. „Der junge Mann lag zu diesem Zeitpunkt regungslos hinter der Tür auf dem Boden.“ Der Gefangene hatte zuvor auf den Notruf-Knopf der Gegensprechanlage gedrückt. Das Signal sei in der Abteilungszentrale aufgelaufen. „Die Beamten haben sofort versucht, mit dem Mann über die Rufanlage Kontakt aufzunehmen. Er hat aber nicht geantwortet. Deshalb sahen sie umgehend nach dem Rechten“, berichtet Müller. Die Zelle sei zu diesem Zeitpunkt stark verqualmt gewesen. Nachdem die Justizbeamten den Häftling aus der verqualmten Zelle gezogen hatten, schlossen sie sofort wieder die Tür und leisteten Erste Hilfe. „Sie haben bis zum Eintreffen des Notarztteams unter anderem Puls und Atmung kontrolliert“, sagte der Sozialamtsrat. Zwei Vollzugsbeamte rüsteten sich mit Atemschutz aus und bekämpften den Zellenbrand.

Bei dem Gefangenen handelt es sich nach Angaben des JA-Sprechers um einen 23 Jahre alten Mann, „der seit Juli 2017 wegen eines schweren Gewaltdelikts in Untersuchungshaft“ sitzt. Derzeit wird angenommen, dass der Mann in der Zelle absichtlich gezündelt hat. Das Motiv der Tat ist noch unbekannt.

Die Hamelner Feuerwehr war im Einsatz, um eine Brandnachschau zu halten. Mit einem Hochleistungslüfter wurden giftige Rauchgase aus dem Haftraum gedrückt.

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