weather-image
12°

Spendenaktion gestartet

Großfeuer in Bückeburg: Brandursache geklärt

BÜCKEBURG. Die Ursache des Großfeuers, das am frühen Montagmorgen in einem Mehrfamilienhaus an der Obertorstraße gewütet hat (wir berichteten), ist geklärt – „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“. Der Brand wurde demnach von einem technischen Defekt an einer Lampe ausgelöst.

veröffentlicht am 06.02.2019 um 12:20 Uhr
aktualisiert am 06.02.2019 um 15:20 Uhr

Ermittler Peter Hochheim sucht im Brandschutt nach Spuren – im ausgebrannten Dachgeschoss wird er fündig. Foto: leo
Leonhard Behmann

Autor

Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Brandursachen-Ermittler Peter Hochheim hat am Dienstagvormittag gemeinsam mit einer Kriminaltechnikerin nach Spuren im Brandschutt gesucht. Bei den Nachforschungen wurden die heimischen Kriminalbeamten von einem Mitglied der Brandursachen-Kommission des Landeskriminalamtes Niedersachsen unterstützt.

Die Experten fanden bereits nach kurzer Zeit eine heiße Spur. „Ein technischer Defekt hat den Brand ausgelöst“, sagt Hochheim. „Eine in einer Holzvertäfelung eingelassene Beleuchtung war sehr wahrscheinlich ursächlich“, so der Kriminalist. Entweder sei der Brand durch einen Kurzschluss an einem Kabel der Lampe entstanden. „Oder die Glühbirne in der Lampe ist heiß geworden, und die Strahlungshitze hat die Decke in Brand gesetzt“, erklärt Hochheim. Genau lasse sich das aufgrund des enormen Schadens nicht mehr feststellen.

Die Flammen hätten sich in der Decke rasch ausbreiten können, sagte der Experte. Durch den technischen Defekt, verbunden mit installierten Lüftungsrohren in einem darüber vorhandenen Hohlraum, sei eine Art Kamineffekt entstanden. „Gleichzeitig hat sich das Feuer auch durch die Lehmschlagdecke nach oben in einen Abstellraum der Dachgeschosswohnung gefressen“, erklärt Hauptkommissar Hochheim.

Der Rauch sei dann in die anderen Räume der Dachwohnung gezogen. „Zwei Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt im Wohnzimmer aufhielten, bemerkten das Feuer zum Glück, weil sie gerade Fernsehen geschaut haben“, so Hochheim. „Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Bewohner geschlafen hätten.“

Das Ausmaß der Schäden ist groß. In der Dachgeschosswohnung liegt Brandschutt, Türrahmen und Dachbalken sind verkohlt, es riecht noch immer nach Feuer. Die Flammen haben nahezu alle Gegenstände vernichtet. Die Lehmschlagdecken haben sich mit Löschwasser vollgesaugt. Dort, wo sich das Feuer durch die Decke gefressen hat, klafft ein Loch im Boden.

Auch die Wohnungen in der ersten und in der zweiten Etage sind durch das Löschwasser beschädigt worden. Dort sind bereits Teile der Decke eingestürzt. Wasser tropft aus den Decken. Ein Statiker muss das Haus erneut begutachten und entscheiden, ob Teile auf die Obertorstraße fallen können.

Durch das Löschwasser ist auch das angrenzende Restaurant Firat stark in Mitleidenschaft gezogen worden. „Wasser ist in die Steckdosen gelaufen – das hat zu einem Kurzschluss geführt. Wir haben keinen Strom“, sagt Mustafa Esmeray. Der Geschäftsinhaber musste seinen Laden schließen. „Ich hoffe, nächste Woche wieder öffnen zu können“, sagt er.

Die Obertorstraße bleibt weiterhin voll gesperrt. „Die Straße ist ein wichtiger Knotenpunkt, aber wir müssen auf Nummer sicher gehen“, sagt Lennard Braun, Fachgebietsleiter Bürgerservice bei der Stadt Bückeburg. Zu Stoßzeiten würden sich Staus bilden. „Die Sperrung bleibt erst einmal auf unbestimmte Zeit stehen“, erklärt der Fachbereichsleiter auf Anfrage.

Derweil sammelt Angela Lange Sachspenden für die Brandopfer. Auf Facebook hat sie umgehend eine Sammelaktion für ihre Arbeitskollegin, die in der Dachgeschosswohnung gewohnt hat, ins Leben gerufen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt