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Chlorgas ausgetreten / Schwimmmeister in Klinik gebracht / Vithal-Bad in Kirchohsen vorerst geschlossen

Großeinsatz im Hallenbad

KIRCHOHSEN. Mit einem Großaufgebot an Kräften sind Spezialeinheiten der Kreisfeuerwehr und der Gemeindefeuerwehr Emmerthal am Samstagvormittag gegen 10 Uhr zum Vithal-Hallenbad an der Berliner Straße in Kirchohsen gefahren. Auch die Experten des ABC- und des Gefahrgut-Zuges sowie der Drohnenstaffel waren alarmiert worden. Der Schwimmmeister habe „starken Chlorgeruch wahrgenommen“, hieß es zur Begründung.

veröffentlicht am 10.06.2018 um 18:07 Uhr
aktualisiert am 11.06.2018 um 09:22 Uhr

Mit Vollschutz und Pressluftflaschen – Spezialisten des Gefahrgutzuges mit Messgerät und Schlauch auf dem Weg ins Hallenbad. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Zuvor hatte die Warnanlage, die den Chlorgas-Lagerraum überwacht, Alarm ausgelöst. „Deshalb hat der 39-Jährige zunächst vom Schwimmmeister-Büro aus die Messwerte überprüft“, sagte der stellvertretende Gemeindebrandmeister Kay Leinemann. Auf dem Weg zum Technik-Bereich, der sich im Kellergeschoss des Hallenbades befindet, habe er schon Chlorgas riechen können und deshalb sofort die Feuerwehr verständigt, erzählte der Fachangestellte. Der Mann soll über ein Kribbeln auf der Zunge geklagt haben. Er wurde zunächst von Rettern der Schnell-Einsatz-Gruppe des DRK Marienau untersucht und mit einem Rettungswagen der Rotkreuz-Wache Emmerthal vorsorglich nach Hameln zum Klinikum gebracht, denn: „Wenn er das Gas gerochen hat, dann dürfte er auch etwas davon eingeatmet haben“, erklärt Michael Bretzing vom Einsatzführungsdienst des Roten Kreuzes. „Zur Sicherheit sollte der Patient in der Klinik durchgecheckt werden.“

Männer, die sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet haben und Chemikalien-Schutzanzüge trugen, erkundeten die Lage. Sie drehten zunächst die Ventile der beiden je 65-Kilo-Chlorgas-Flaschen zu und nahmen dann Messungen vor. Am Ende stand fest: „Wir haben kein Chlorgas nachweisen können – weder im Technik-Keller noch im Schwimmmeister-Trakt“, sagte Einsatzleiter Michael Ließ. Der Experte hält es für möglich, dass sich das Gas rasch verflüchtigt hat. „Es könnte über die Lüftung entwichen sein“, meinte Ließ.

Der Erste Gemeinderat Elmar Günzel sagte, das Vithal-Bad bleibe bis auf Weiteres geschlossen. Eine Fachfirma müsse erst die Chlorgas-Anlage überprüfen. Badegäste waren zum Zeitpunkt des Gefahrgut-Alarms nicht im Schwimmbad. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, betonte die Feuerwehr.

Mitglieder des ABC-Zuges haben einen Dekontaminationspunkt aufgebaut. Sie verpacken die Schutzanzüge der Gefahrgut-Experten in Plastiktüten. Foto: ube
  • Mitglieder des ABC-Zuges haben einen Dekontaminationspunkt aufgebaut. Sie verpacken die Schutzanzüge der Gefahrgut-Experten in Plastiktüten. Foto: ube

Der Gefahrgut-Alarm hatte einen großen Einsatz ausgelöst. 23 Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, des Roten Kreuzes und der Polizei waren angerückt.



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