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Mülltonnenbrand greift von Nachbargrundstück auf Carport und Wohnhaus über

Grillasche soll Großfeuer verursacht haben

AERZEN. Mit einem Großaufgebot an Kräften hat die Feuerwehr am Vormittag des Pfingstmontags in Aerzen ein in Brand geratenes Wohnhaus gelöscht – von innen und von außen. Die Flammen waren – angefacht vom Wind – von einer Mülltonne, die auf einem Nachbargrundstück Feuer gefangen hatte, auf einen Carport aus Holz und von dort auf das Einfamilienhaus am Kranichweg übergegriffen. Ermittler der Polizei Bad Pyrmont konnten die Brandursache rasch klären.

veröffentlicht am 21.05.2018 um 10:54 Uhr
aktualisiert am 21.05.2018 um 13:10 Uhr

Carport und Wohnhaus brennen - die Feuerwehr startet ihren „Löschangriff“. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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In den Mittagstunden des Vortages sei nebenan gegrillt worden, sagte ein Hauptkommissar. Ein Jugendlicher soll später die Asche mit Wasser abgelöscht haben. Die Holzkohlenreste seien dann am Abend in eine Mülltonne gekippt worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich zu diesem Zeitpunkt noch Glut in der Asche befand. Über Nacht dürfte es in dem Kunststoffbehälter geschwelt haben. Gegen einen 16-Jährigen werde wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung ermittelt, hieß es. „Der Brandort ist beschlagnahmt.“ Um 8.54 Uhr wurde das Feuer von einem Nachbarn entdeckt. „Er hat ein seltsames Knistern gehört, sofort nach dem Rechten geschaut und die Bewohner auf den Carport-Brand aufmerksam gemacht“, sagte Oberlöschmeister Daniel Hundertmark. Der couragierte Mann habe auch die Mieter in einem wenige Meter entfernt stehenden Mehrfamilienhaus gewarnt. Die Flammen griffen alsbald auf das Dach des Wohnhauses über. Eine pechschwarze Rauchsäule stieg auf – sie war sogar von Hameln aus zu sehen. Einsatzleiter Heinz Brand forderte Verstärkung an. Aus Hameln machten sich die Besatzungen einer Drehleiter und eines Löschfahrzeugs auf den Weg nach Aerzen. Auch die Werkfeuerwehr der Aerzener Maschinenfabrik rückte aus. In mehreren Dörfern heulten die Sirenen – Verstärkung kam aus Reinerbeck, Grießem, Gellersen, Königsförde, Selxen, Reher, Dehmke und Groß Berkel. THW-Fachberater und DRK-Retter der Schnell-Einsatzgruppe Hameln standen der Feuerwehr zur Seite. Notfallsanitäter der Hamelner Feuerwehr hatten sich zuvor um eine Frau und deren Sohn, die offenbar unter Schock standen, gekümmert. Mehr als 100 Einsatzkräfte waren vor Ort. Die Feuerwehr Aerzen setzte anfangs auch das Hightech-Löschgerät „Cobra“ ein. Mit einer Löschlanze und einem 360-bar-Wasserstrahl, dem Sand und Metallteile zugesetzt wurden, schnitten Feuerwehrleute vom Korb der Drehleiter aus ein kleines Loch in den Dachüberstand und vernebelten dann Hohlräume, in denen Glutnester vermutet wurden. Wenig später wurde das Dach größtenteils abgedeckt. Diese Methode erwies sich als effektiv, weil so Brandnester zwischen Dämmung und Ziegeln gezielt bekämpft werden konnten. Gegen 12 Uhr meldete die Einsatzleitung „Feuer aus!“ Die Nachlösch- und Aufräumungsarbeiten zogen sich aber noch über einen längeren Zeitraum hin.

Der Dachboden ist ausgebrannt. Foto: ube
  • Der Dachboden ist ausgebrannt. Foto: ube


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