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Nach Trennung – 45-Jähriger soll versucht haben, seine Frau zu töten

Gewalttat auf offener Straße

LEMGO / HÄMELSCHENBURG. Mit dem Foto eines Mannes fahndet die Mordkommission „Spiegelberg“ der Polizei Bielefeld nach einem mutmaßlichen Gewaltverbrecher – der türkische Staatsangehörige Hüseyin Yusuf Yildirim soll versucht haben, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau zu töten.

veröffentlicht am 23.10.2020 um 15:03 Uhr

Ulrich Behmann

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Die Staatsanwaltschaft Detmold wirft dem 45-Jährigen versuchte Tötung vor. Unklar ist derzeit noch, ob gegen den Mann ein Verfahren wegen versuchten Mordes oder versuchten Totschlags eingeleitet wird. Der 39-Jährigen wurden schwere Verletzungen zugefügt. Das Opfer wird in einem Krankenhaus behandelt. Der mutmaßliche Täter ist auf der Flucht. Der Gesuchte könnte mit einem dunkelgrau-metallic-farbenen Transporter der Marke Iveco (Diesel, Erstzulassung 1. Juni 2015) mit dem Kennzeichen MI-WP 263 unterwegs sein. Ob er einen Unterschlupf in Deutschland ansteuert oder sich ins Ausland absetzen will, ist derzeit noch unbekannt. Die Staatsanwaltschaft Detmold und das Polizeipräsidium Bielefeld haben die Spurensuche am Tatort aufgenommen. Die Leiterin der Mordkommission, Kriminalhauptkommissarin Jutta Horstkötter, erhält bei ihren Ermittlungen Unterstützung von Kriminal- und Streifenbeamten der Kreispolizeibehörde Lippe. „Wir fahnden mit Hochdruck“, hieß es aus Polizeikreisen. Eine bundesweite Suche wurde eingeleitet. Die Mordkommission bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Die Ermittler fragen: „Wer kann Hinweise zum Aufenthaltsort des mutmaßlichen Täters machen?“ Und: „Wer hat den Transporter gesehen?“ Hinweise nimmt die Sonderkommission unter Telefon 0521/545-0 entgegen. Wer Angaben machen möchte, kann aber auch jede andere Polizeidienststelle anrufen.

Die Gewalttat hat sich am Donnerstagmorgen gegen 7 Uhr auf der Straße Spiegelberg/Ecke Konsul-Wolff-Straße in Lemgo ereignet. Hüseyin Yusuf Yildirim soll der 39-Jährigen, die mit einem Fahrrad unterwegs war, aufgelauert haben. Er soll ihr mit einem Gegenstand auf den Kopf geschlagen haben. Die Polizei spricht von einem „gewaltsamen Überfall“. Die Ermittler werten die Tat als „versuchtes Tötungsdelikt“. Dass die Frau den brutalen und hinterhältigen Angriff überlebt hat, dürfte couragierten Ersthelfern zu verdanken sein. Mutige Passanten hätten erreicht, dass der Angreifer von seinem Opfer abließ und damit eine weitere Tatausführung verhindert, teilte die Polizei mit. Hauptkommissar Michael Kötter sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, bei der Tatwaffe handele es sich um eine Metallstange.

Der Fall in Lemgo erinnert an das brutal ausgeführte Tötungsverbrechen, das sich in den Morgenstunden des 25. August auf der Landesstraße zwischen Hämelschenburg und Amelgatzen ereignet hat. Im Fokus: ein 59 Jahre alter polnische Staatsbürger. Er steht im dringenden Verdacht, seine ebenfalls aus Polen stammende Ex-Lebensgefährtin (42) mit Messerstichen ins Herz getötet zu haben. Auch dieser Mann soll die Frau, die er einmal geliebt hat, auf offener Straße attackiert haben. Die 42-Jährige hatte sich nur wenige Wochen vor der Bluttat von ihm getrennt. Das könnte das Motiv sein. „Möglicherweise ist der Beschuldigte damit nicht klargekommen“, sagte die Erste Staatsanwältin Kathrin Söfker im Gespräch mit der Dewezet. Die Frau war mit einem Škoda Octavia auf dem Weg nach Hause. Sie soll von der Arbeit gekommen sein. Zirka 100 Meter hinter dem Ortsausgang von Hämelschenburg soll der Tatverdächtige seine Ex-Partnerin gegen 3.30 Uhr mit einem Auto ausgebremst und zum Anhalten gezwungen haben.

Nach Hüseyin Yusuf Yildirim wird bundesweit gefahndet – er soll versucht haben, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau zu töten. Die Polizei fragt: „Wer hat den Mann gesehen?“ Foto: Polizei

An dem Wagen sollen sich dann dramatische Szenen abgespielt haben. Die Scheibe der Fahrertür ging zu Bruch. Der Beschuldigte soll mehrere Male mit einem Messer auf die Frau eingestochen haben. Ein geschockter Zeuge, der zufällig am Tatort vorbeifuhr, rief die Polizei. Der mutmaßliche Täter setzte sich nach der Tat in seinen Wagen und fuhr davon – so, als wäre nichts gewesen. Er dürfte nicht damit gerechnet haben, dass ihn die Polizei rasch aufspüren wird. Der 59-Jährige hielt sich in seiner Wohnung in Löwensen auf, als ihn Fahnder dingfest machten.



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