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Hamelner soll Ex-Freundin geschlagen, getreten und vergewaltigt haben / Polizei sichert Spuren

Geschäftsmann unter Verdacht

HAMELN. Der Zentrale Kriminaldienst der heimischen Polizei hat gegen einen Geschäftsmann aus Hameln ein Ermittlungsverfahren eingeleitet – wegen eines Verbrechens. Der 33-Jährige steht im Verdacht, am frühen Morgen des Maifeiertages seine Ex-Partnerin (20) zunächst körperlich misshandelt und dann vergewaltigt zu haben.

veröffentlicht am 22.05.2018 um 17:30 Uhr

Die Hamelnerin behauptet, der 33-Jährige habe sie getreten, seine Hand um ihren Hals gelegt und sie auf einen Tisch gedrückt. Danach soll der Mann sie vergewaltigt haben. Symbolfoto: dpa
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Der Mann hatte bereits des Öfteren Kontakt mit Strafverfolgungsbehörden. Gegen ihn soll unter anderem wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und diverser ähnlich gelagerter Delikte ermittelt worden sein. Er bestreitet die Tat.

Auf Anfrage der Dewezet bestätigte Hauptkommissar Jens Petersen die Untersuchungen. „In der Wohnung der Frau wurden Spuren gesichert und Beweismittel beschlagnahmt.“ Die 20-Jährige wird von der Opferschutz-Organisation „Weißer Ring“ betreut. „Meiner Tochter geht es sehr schlecht. Sie leidet. Deshalb wird sie psychotraumatologisch behandelt“, erzählt der Vater. Sie habe „gute und schlechte Momente“. In der Wohnung, in der sich die Tat ereignet haben soll, könne sie sich nicht mehr aufhalten, heißt es. Sie müsse umziehen.

Die Hamelnerin beschuldigt den Mann, den sie einmal geliebt hat, sie in der Vergangenheit unterdrückt, mit Fäusten geschlagen und mit Füßen getreten zu haben. Der Mann sei krankhaft eifersüchtig, habe versucht, ihre sozialen Kontakte zu kappen, behauptet sie. „Er hat mich sogar zeitweise ferngehalten von meinen Eltern.“ Der Vater des Opfers unterstellt dem Tatverdächtigen ein krudes Frauenbild und ein hohes Maß an Aggressivität. „Sie sollte ihm dienen und gehorchen“, sagt er. „Wir haben das alles erst jetzt erfahren. Unsere Tochter hat sich uns zunächst nicht anvertraut. Sie wollte das selbst regeln“, erzählt der Hamelner. Der Vater mutmaßt, dass das Verhalten des Ex-Freundes der 20-Jährigen etwas mit dessen Migrationshintergrund zu tun hat. „Er sieht das offenbar so: Der Mann gibt Befehle - und die Frau hat ohne Widerworte zu gehorchen.“ Ein paar Monate lang habe die Beziehung gehalten. Der Geschäftsmann habe sich die gesamten Ersparnisse seiner Tochter geliehen, um einen Laden aufmachen zu können. Später soll er Druck auf die junge Frau ausgeübt haben und sich geweigert haben, das Geld zurückzubezahlen. Auch Drohungen habe er ausgestoßen: „Wenn du was erzählst, sind deine Eltern dran – und du sowieso“, soll er gesagt haben. Immer wieder habe es Streit um das Geld gegeben, heißt es. Mehrfach soll der Mann seine Freundin geboxt, geschubst und an den Haaren gezogen haben.

Das Fachkommissariat schätzt die Aussage der jungen Frau als „grundsätzlich glaubhaft“ ein – und ermittelt weiter

Seine Tochter habe sich in dieser Zeit sehr verändert, erzählt der Vater. „Sie konnte nicht mehr schlafen und hat Ängste ausgestanden. Irgendwann war sie mit ihren Kräften am Ende und hat uns erzählt, was sie bedrückt.“ Am Abend vor der angezeigten Tat hatte die 20-Jährige eine Diskothek besucht. Dort traf sie auf ihren Ex. „Er hat mir zugewinkt und bedeutet, ich möge zu ihm können. Als ich nicht reagierte, ist er wie ein wutschnaubender Stier auf mich zugelaufen, hat mich an den Haaren gezogen und geschrien: ,Wenn ich winke, hast du zu kommen‘“, erzählt die 20-Jährige.

Am frühen Morgen danach soll sich der Hamelner „unter einem Vorwand Einlass in die Wohnung des Opfers verschafft haben“. Die junge Frau behauptet, er habe sie gegen die Waden und Oberschenkel getreten, seine Hand um ihren Hals gelegt und sie auf einen Tisch gedrückt. Danach soll der Mann sie vergewaltigt haben. Die 20-Jährige zeigte die Tat an, ließ sich ärztlich untersuchen. Nach Angaben des Vaters hat die Polizei dem mutmaßlichen Vergewaltiger untersagt, mit seiner Tochter Kontakt aufzunehmen. „Es wurden zwar sogenannte Gefährderansprachen durchgeführt. Aber meines Wissens läuft der Mann immer noch draußen frei herum.“ Nach Angaben der Ermittler hat sich der Beschuldigte bislang an die Auflagen der Polizei und an die Beschlüsse des Gerichts (unter anderem ein Annäherungsverbot) gehalten. Die Sachverhaltsschilderung des Opfers schätzt die Sachbearbeiterin des Zentralen Kriminaldienstes als „grundsätzlich glaubhaft“ ein. Der Mann gibt derzeit an, einvernehmlichen Sex mit der jungen Frau gehabt zu haben.

Der Vater will erfahren haben, dass der 33-Jährige schon einmal einer Frau Gewalt angetan haben. Er hat Recherchen aufgenommen. „Wenn es ein weiteres Opfer geben sollte, dann hoffe ich, dass auch diese Frau den Mut aufbringt, Anzeige zu erstatten“, sagt er.



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