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Selbsternannter Monarch der Reichsbürgergruppe bei Auseinandersetzung schwer verletzt

Germaniten-König beide Hände abgesägt

RINTELN/SCHALKSMÜHLE. Der selbsternannte „König“ der rechtsradikalen Reichsbürgerorganisation der „Germaniten“ ist bei einer Auseinandersetzung um sein zwangsversteigertes Haus in Schalksmühle (NRW) schwer verletzt worden. Nach Informationen der Ruhr Nachrichten (RN) wurde dem 54-Jährigen von einem 37-Jährigen mit einer Kettensäge die Knochen beider Unterarme fast komplett durchtrennt. „Aufgrund der schweren Verletzungen des Mannes musste ein Hubschrauber angefordert werden, denn er drohte zu verbluten“, sagte Dietmar Boronowski von der Polizei im Märkischen Kreis der RN. Die Details der Bluttat lassen tief blicken.

veröffentlicht am 25.02.2017 um 14:30 Uhr
aktualisiert am 25.02.2017 um 15:04 Uhr

Schwer verletzt wird der König der Germaniten mit dem Helikopter in die Klinik geflogen. Foto: Nougrigat
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Laut Anke Ditzler, Direktorin des Lüdenscheider Amtsgerichts ist die Immobilie des Germaniten-Königs bereits 2015 zwangsversteigert worden. Allerdings weigerte sich der Reichsbürger, der die Existenz der BRD bestreitet, auszuziehen. Bei dem 37-Jährigen handelt es sich um den neuen Miteigentümer. Laut Ruhr Nachrichten soll der 37-Jährige am Donnerstagmittag mit seinem Sohn das Grundstück betreten haben. Mit sich führte er eine Motorsäge für Gartenarbeiten. Daraufhin soll der Reichsbürger den Sohn des Mannes mit einer Metallstange angegriffen haben. Statt des Kindes traf der 54-Jährige aber die Kettensäge des Vaters.

Seit geraumer Zeit ist der Germaniten-König in der Reichsbürgerszene unterwegs. Mit einer selbst zusammengedichteten Genealogie erklärte er seinen „Rechtsanspruch“ auf das gesamte Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches. Im September letzten Jahres ließ er sich in einem bizarren Video auf youtube schließlich zum „König“ von Germanitien ausrufen (wir berichteten). Dieses „Amt“ nutzte er, um mit Fantasiedokumenten Zwangsräumungen, Insolvenzen oder Strafbescheide von Behörden für nichtig zu erklären. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft gibt es keine Anhaltspunkte, dass der Zwischenfall mit der Gesinnung des Verletzten in Verbindung stehe. Dabei sind angeblich ungültige Zwangsversteigerungen eines der Hauptthemen der Reichsbürger. Denn ein nicht existenter Staat könne auch keine Steuern und Abgaben eintreiben, so das wirre Weltbild der Germaniten.

Mittlerweile soll der 37-Jährige Mann laut Staatsanwaltschaft Hagen wieder aus der Untersuchungshaft entlassen worden sein. Der 54-Jährige liegt mit schweren Verletzungen liegt in einer Dortmunder Klinik und wurde notoperiert.



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