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Großeinsatz bei Haus Harderode

Gefährliche Glätte – mehrere Unfälle

WESERBERGLAND. Anfangs fielen lediglich Schneeflocken herunter. Innerhalb von wenigen Minuten bildete sich am Freitagabend eine dünne Schneedecke. Dann machten nur wenige Grad den Unterschied. Der Schnee schlug am späteren Abend in Regen um, verwandelte Straßen in gefährliche Rutschbahnen. Es kam zu mehreren Unfällen. Laut Polizei war in einigen Fällen auch Alkohol im Spiel.

veröffentlicht am 28.01.2019 um 10:46 Uhr

Zahlreiche Rettungskräfte waren zwischen Haus Harderode und Bessinghausen im Einsatz, um einen verletzten Mann aus dem Auto zu bergen. Foto: fEuerwehr
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Wetterdienste hatten im Vorfeld vor Glätte gewarnt. Die Polizei bat Autofahrer, die Geschwindigkeit den Fahrbahnverhältnissen anzupassen. Dennoch mussten Streifenbeamte zahlreiche Verkehrsunfälle aufnehmen. Nicht immer blieb es bei Blechschäden. Fünf Fahrzeuginsassen mussten nach Kollisionen in Kliniken transportiert werden.

Der schwerste Verkehrsunfall ereignete sich am frühen Morgen auf der Landesstraße 425 zwischen Bessinghausen und Haus Harderode. Die Feuerwehr musste einen schwer verletzten Autofahrer (48, Coppenbrügge) mit hydraulischem Rettungsgerät aus einem Mercedes befreien. Der Wagen war gegen 3.30 Uhr innerhalb einer Rechtskurve auf eisglatter Fahrbahn von der Straße abgekommen, hatte ein Verkehrsschild umgewalzt und war in einen Graben gerutscht. Feuerwehrleute aus Diedersen kamen in der Nacht auf den Unfallort zu und setzten einen Notruf ab. Sie betreuten den verletzten Fahrer bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Die Autotüren konnten die Ersthelfer nicht öffnen, da der Mercedes gegen einen Baumstumpf geprallt war, hieß es. Aus Coppenbrügge und Bisperode rückten auf extrem glatten Straßen Feuerwehrfahrzeuge an. Mit einer hydraulischen Rettungsschere trennten Trupps das Fahrzeugdach ab und halfen, den Verletzten patientengerecht aus dem Mercedes zu holen. Nach einer notärztlichen Versorgung wurde der Coppenbrügger mit einem Rettungswagen in eine Klinik gefahren. Die Polizei teilte am Samstag mit, dass Ermittler prüfen, ob neben der Straßenglätte auch Alkoholkonsum „unfallursächlich“ war.

Am Samstagvormittag prallten auf der Landesstraße 422 zwischen Dörpe und Eldagsen zwei Volkswagen zusammen. Vier – offenbar leicht verletzte – Fahrzeuginsassen (84, 83, 82 und 74 Jahre) wurden mit Rettungswagen in Kliniken nach Gronau und Hameln gefahren. Wie die Polizei mitteilte, sei ein 83 alter Mann gegen 11 Uhr mit einem Golf in Richtung Eldagsen gefahren. Innerhalb einer leichten Rechtskurve sei der VW auf die mit Schneematsch überzogene Gegenfahrbahn geraten. Der Pkw prallte mit einem VW Caddy zusammen, der von einem 84-jährigen Fahrer aus der Region Hannover gesteuert wurde.

Zwischen Dörpe und Eldagsen krachten zwei Volkswagen zusammen. Foto: fn

Anwohner in Wallensen hörten am Samstag gegen 22 Uhr einen lauten Knall. Offenbar war zu der Zeit ein Pkw von der schneebedeckten Straße abgekommen und gegen ein Verkehrsschild gekracht. Der Verursacher sei davongefahren, ohne sich um den angerichteten Schaden zu kümmern, hieß es von der Polizei in Bad Münder.

Eine Stunde später krachte es an der Schultheißenstraße in Wangelist. Ein 39 Jahre alter Hamelner war mit einem BMW gegen einen Baum gefahren. Es entstand ein Schaden von 10 000 Euro. Offenbar war nicht nur die Glätte Ursache, die zum Unfall führte. Wie die Polizei mitteilte, habe der Hamelner alkoholisiert hinter dem Lenkrad gesessen. Dem Mann wurde nach einem Atemalkoholtest eine Blutprobe entnommen.

Eine weitere Alkoholfahrt auf eisglatter Fahrbahn endete gegen 3 Uhr abrupt auf der Hasperder Straße in Hilligsfeld. Ein Volvo rutschte gegen einen am Fahrbahnrand abgestellten Audi. Schaden hier: etwa 16 000 Euro. Wie die Polizei mitteilte, sei der Verursacher (30, Hameln) zunächst weitergefahren. Streifenbeamten sollen den Mann zu Hause angetroffen haben. Der Hamelner sei absolut fahruntüchtig gewesen, habe ein Schnelltest ergeben, sagte ein Beamter. Dem 30-Jährigen wurde ebenfalls Blut abgenommen.

Unverletzt blieb ein 23 Jahre alter Autofahrer aus Hessisch Oldendorf, als er mit einem BMW gegen einen Baum prallte. Der Mann war mit dem Pkw gegen 2.25 Uhr auf der Holtenser Landstraße unterwegs, als der BMW von der schneebedeckten Straße rutschte.

In Bad Pyrmont verzeichnete die Polizei am Samstagvormittag zwei glättebedingte Verkehrsunfälle. Es blieb bei Blechschäden. Gegen 8 Uhr rutschte auf der Straße „Auf dem neuen Kamp“ ein Fiat gegen einen Stromkasten. Die Fahrerin (32, Bad Pyrmont) war mit dem Pkw in einer Rechtskurve nach links von der Fahrbahn abgekommen. Eineinhalb Stunden später stießen auf der Straße „Großer Kamp“ zwei Pkw zusammen. Eine Peugeot-Fahrerin (59, Bad Pyrmont) war mit dem Auto bei Glätte auf die Gegenfahrbahn gerutscht. Der Wagen prallte gegen einen entgegenkommenden Opel.



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