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Festgenomme sollen zwei Minderjährige missbraucht haben

Fünf Festnahmen nach Vergewaltigung

Weserbergland. Spezialeinheiten der niedersächsischen Polizei haben am frühen Mittwochmorgen in Hameln, Aerzen und Hessisch Oldendorf acht Wohnungen gestürmt und fünf Männer mit Migrationshintergrund (16, 17, 18, 20, 20) vorläufig festgenommen. Sie stehen im Verdacht, zwei minderjährige Mädchen vergewaltigt zu haben

veröffentlicht am 14.10.2015 um 11:17 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:14 Uhr

Ulrich Behmann

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Dazu hätten sie die aus einem Nachbarlandkreisstammenden Mädchen in eine Wohnung an der Hamelner Deisterstraße gelockt. Details zum Tatablauf veröffentlichte die Polizei nicht. „Dafür sei es noch zu früh“, hieß es. Ein Sexualverbrechen wie dieses habe es in seiner Amtszeit aber im Landkreis Hameln-Pyrmont noch nicht gegeben, sagte Kriminaldirektor Ralf Leopold gestern im Gespräch mit der Dewezet.

Die maskierten und mit Pistolen bewaffneten Polizisten trugen Helme und hatten Rammen zum Aufbrechen von Türen dabei, als sie um 6.30 Uhr zeitgleich zuschlugen. Ermittler des für Sexualdelikte zuständigen Hamelner Fachkommissariats 1 hatten die Spezialisten der sogenannten Beweismittel- und Festnahme-Einheit angefordert. In Hameln wurden sechs, in Aerzen und Hessisch Oldendorf noch weitere Wohnungen durchsucht. Streifen- und Zivilwagen standen unter anderem an der Kreuzstraße (Bahnhofskreisel) und an der Deisterstraße. Zahlreiche Türen sollen während des Einsatzes zu Bruch gegangen sein. Ein Beamter habe sich während des Zugriffs an Glasscherben verletzt, hieß es. Offenbar stießen die Spezialeinheiten in keiner Wohnung auf Widerstand. Zum Schutz der Opfer und aus kriminaltaktischen Gründen hält sich die Hamelner Polizei derzeit mit weiteren Informationen zurück. Das sichergestellte Material müsse zunächst einmal ausgewertet werden, hieß es. Polizisten trugen Kisten und Plastiksäcke mit möglichen Beweismitteln zu ihren Mannschaftswagen. Auch ein Sofa wurde abtransportiert. Im Kriminallabor soll es auf Spuren untersucht werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover ist auch eine größere Anzahl von Datenträgern sichergestellt worden. 

Die Gewalttat hat sich bereits am 2. Oktober ereignet. Sie sei der Polizei allerdings erst später gemeldet worden, erklärt Oberkommissar Jens Petersen.

Was genau sich an diesem Freitag ereignet hat, versuchen die Ermittler noch herauszufinden. Die Opfer hätten „sowohl körperliche als auch psychische Schäden davongetragen“, teilten die Behörden mit. Es sei deshalb nicht  einfach, die Mädchen zu vernehmen, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. „Sie sind immer noch stark betroffen von dem Vorfall.“ Die Jugendlichen werden von der Opferhilfe-Organisation „Weißer Ring“ betreut. „Verbrechen wie diese zeigen, wie sehr die Opfer unter den Folgen solcher Taten leiden“, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Hameln/Holzminden, Ralf Leopold. „Wir werden alles daransetzen, dieses Delikt lückenlos aufzuklären – mit allen uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln.“



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