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Nähere Umstände über Todesfall in Südstadt noch unklar

Frau (24) stirbt nach Sturz aus Fenster

HAMELN. Eine junge Frau ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der Südstadt unter noch ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. Die 24-Jährige war gegen 0.25 Uhr aus dem zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Königstraße gestürzt. Durch ihren Aufprall auf den Gehweg erlitt die Frau schwerste Verletzungen. Sie starb noch im Laufe der Nacht im Hamelner Krankenhaus. Die näheren Umstände, wie es zu dem Sturz gekommen ist, sind der Polizei Hameln zufolge noch nicht eindeutig geklärt. Es gebe Anzeichen dafür, „dass es sich um einen „Unglücksfall handelt“, so Polizeisprecher Jens Petersen.  Von einem Gewaltdelikt gehen die Ermittler derzeit eher nicht aus.

veröffentlicht am 23.04.2017 um 16:45 Uhr
aktualisiert am 25.04.2017 um 12:26 Uhr

In der Königstraße ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Frau aus noch ungeklärter Ursache aus dem zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses gestürzt. Sie starb an den Folgen ihrer schweren Verletzungen. Foto: wal
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Bei der Verstorbenen handelt es sich nach Polizeiangaben um eine Deutsche kurdischer Abstammung aus Stuttgart. Sie war offenbar zu Besuch bei ihrem Freund, einem 22-jährigen Afghanen mit Wohnsitz in der Königstraße. Darüber, was genau sich in seiner Wohnung abspielte, bevor es zu dem Sturz kam, herrsche noch Unklarheit. Von einem möglichen Streit mit Geschrei habe keiner der Nachbarn etwas mitbekommen.

Der Notruf wurde von einem Passanten abgesetzt. Der junge Mann (22) sei gerade die Königstraße entlanggegangen, als er gesehen habe, wie die Frau auf den Gehweg prallte, so Petersen. Der 22-Jährige alarmierte die Rettungskräfte.

Als die Polizei eintraf, habe der Afghane seine schwer verletzte Freundin in den Armen gehalten. „Er war völlig aufgelöst“, sagt Petersen. Unterdessen habe sich eine „Menschenansammlung“ gebildet. Aufgrund der Tumulte vor zwei Jahren beim Hamelner Amtsgericht, wo ein Mann in den Tod gestürzt war, sowie am Sana-Klinikum, ist die Polizei entsprechend „sensibilisiert“. Angehörige des Opfers hatten damals infolge des Fenstersturzes am Amtsgericht Rettungskräfte und Polizeibeamte angegriffen. Der Prozess über den Gewalt-Exzess beginnt heute vor dem Landgericht Hannover.

Deshalb forderten die Beamten in der Königstraße vorsorglich weitere Einsatzkräfte an. Die zusätzlichen Polizisten konnten aber bald wieder abrücken. Die Menschentraube habe aus Nachbarn, Anwohnern und Passanten bestanden, die Lage sei „ruhig“ gewesen, so der Polizeisprecher.

Die schwer verletzte Frau wurde ins Sana-Klinikum gebracht. Doch die Ärzte konnten das Leben der 24-Jährigen nicht mehr retten. Sie starb infolge ihrer schweren Verletzungen noch in der Nacht.

Der 22 Jahre alte Freund des Opfers habe unter Schock gestanden und deshalb noch nicht ausführlich befragt werden können. Er habe sich zunächst in psychologische Betreuung und dann in die Obhut einer Hilfsorganisation begeben. „Er wollte nicht zurück in seine Wohnung“, sagt Petersen. Eine Festnahme erfolgte nicht, „weil es derzeit keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass ein Gewaltdelikt stattgefunden hat“. Hinweise auf Wunden am Körper des Opfers, die über die Sturzverletzungen hinausgehen, habe es augenscheinlich nicht gegeben. Gewissheit darüber könne es aber nur durch eine Obduktion geben, zumal die Umstände, die zu dem Sturz führten, sich auch noch nicht ohne Weiteres rekonstruieren ließen. Deshalb werde das ermittelnde 1. Fachkommissariat bei der Staatsanwaltschaft eine Obduktion empfehlen.

Zeugen, die Hinweise zu dem Vorfall geben können, werden gebeten sich unter der Rufnummer 05151 / 933-222 mit der Polizei Hameln in Verbindung zu setzen.

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