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Stadthäger verurteilt

Flüchtlinge misshandelt: Bewährungsstrafen für Sicherheitsmitarbeiter

OSNABRÜCK / STADTHAGEN. Für die Misshandlung von Flüchtlingen müssen zwei Wachleute mit Bewährungsstrafen büßen. Einer von ihnen, er kommt aus Stadthagen, muss auch Schmerzensgeld und einen Teil der Behandlungskosten der Opfer zahlen.

veröffentlicht am 07.12.2017 um 06:00 Uhr

Gari N. (li.), neben seiner Anwältin Helga Zeller-Holzapfel und Andreas D. (re) neben seinem Anwalt Marco Lund waren vom Amtsgericht Lingen zu Bewährungsstrafen verurteilt worden – hier ein Foto aus dem Gerichtssaal des Amtsgerichts. Die verurteilten

Autor:

Elmar Stephan

Ein 37 Jahre alter Mann aus Stadthagen ist zu einem Jahr und drei Monaten Haft verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Vor dem Berufungsverfahren im Landgericht Osnabrück war er noch zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verknackt worden. Zusätzlich muss der Mann an alle drei Opfer 1500 Euro Schmerzensgeld zahlen und sich zur Hälfte an den Behandlungskosten bei einem Opfer beteiligen.

Da der Kollege des 37-Jährigen nicht vor Gericht erschien, wurde die vom Amtsgericht Lingen damals gegen ihn verhängte Strafe rechtskräftig. Das Amtsgericht hatte den 29-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Die Männer sind Mitarbeiter einer Security-Firma. Sie hatten kurz vor Weihnachten 2015 in einer Flüchtlingsunterkunft in Lingen drei Männer aus Pakistan in eine Toilette eingesperrt und misshandelt.

Gemeinsam sollen die beiden Security-Mitarbeiter einen nach dem anderen aus dem Raum herausgeholt und schwer misshandelt haben. Einem der Opfer sollen sie gegen den Kopf und den Körper geschlagen haben und den Kopf auch gegen eine Wand geschlagen haben, sodass der Mann Prellungen und einen Nasenbeinbruch erlitten haben soll. Auch die beiden anderen Pakistaner sollen der Staatsanwaltschaft zufolge geschlagen worden sein – einer von ihnen so stark, dass er kurz davor stand, das Bewusstsein zu verlieren. Die beiden Security-Männer sollen daher zwei Sanitäter gerufen haben. Erst am nächsten Morgen sollen die drei Flüchtlinge von anderen Personen aus dem Raum befreit worden sein. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe bestritten. Die Verteidigung hatte auch im Berufungsverfahren auf Freispruch plädiert, weil sie die Aussagen der Opfer für nicht glaubwürdig hielt.

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