weather-image
20°
THW stützt verkohltes Fachwerk ab

Flammen hinter Putz: Feuerwehr bricht Wände und Fußboden auf

THÜSTE. Im Fußboden und in zwei Wänden eines Fachwerkhauses in Thüste ist am Donnerstagmorgen aus bislang unbekannter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Die Hauseigentümerin entdeckte kleine Flammen in der Ecke eines Zimmers und alarmierte die Feuerwehr. In einem mehrstündigen Einsatz konnte diese den Brand löschen, verkohlte Balken entfernen und das Fachwerk abstützen.

veröffentlicht am 27.04.2017 um 17:46 Uhr

In der Wand klafft ein Loch. Die THW-Experten Henning Haake (Mitte), Alexander Meyer und Feuerwehr-Einsatzleiter Marco Roloff (re.) beraten, was zu tun ist. Foto: ube
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Ich wollte mir gerade einen Kaffee machen, da habe ich ein Rauschen gehört. Wie ein Wasserfall hat das geklungen“, erzählt die Thüsterin, die in einem Fachwerkhaus an der Langen Straße wohnt. Die 62-Jährige schaute sofort nach dem Rechten, konnte sich das seltsame Geräusch, das aus dem Schornstein zu kommen schien, aber nicht erklären. Die Wände hätten sich zu diesem Zeitpunkt kalt angefühlt, Feuer oder Rauch seien nicht zu sehen gewesen, sagt sie. Die Frau griff zum Telefon, bat einen Schornsteinfeger um Hilfe. Noch bevor der Fachmann eintraf, entdeckte die Hausbewohnerin kleine Flammen, die in einer Ecke eines Zimmers – abseits des Ofens, der zuletzt am Vorabend in Betrieb war – loderten. Sie wählte sofort den Notruf 112, rief die Feuerwehr. Am Donnerstag um 7.56 Uhr heulten in Thüste und in Wallensen die Sirenen. Freiwillige erkundeten die unklare Lage. Sie stellten schließlich fest, dass es nicht im Schlot, sondern im Fußboden und in zwei Wänden heftig brannte. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Dirk Habenicht forderte Verstärkung an. Atemschutzgeräte-Träger der Feuerwehr Salzhemmendorf unterstützten kurz darauf ihre Kameraden bei der Bekämpfung des Feuers.

„Mit einer Brechstange und mit bloßen Händen haben Trupps Putz und Steine entfernt“, berichtet Feuerwehr-Einsatzleiter Marco Roloff. Anders wären sie nicht an die Flammen und Glutnester herangekommen. Durch Strahlungshitze hatten sich bereits eine Spanplatte und das darauf liegende Laminat entzündet. Noch schlimmer: Drei dicke Eichenbalken waren komplett durchgebrannt. „Was für ein Glück, dass ich an diesem Vormittag nicht bei der Arbeit war“, meinte die Thüsterin. Hätte sie den Brand nicht so frühzeitig entdeckt, wäre womöglich das Haus abgebrannt. Gemeinsam mit Dachdeckern der Firma Hölscher entfernten andere Feuerwehrleute den Schornsteinkopf. „Er war marode, drohte einzustürzen“, erzählt Roloff.

Der Brandeinsatz zog sich über mehrere Stunden hin. Gegen Mittag wurden Experten des Technischen Hilfswerks alarmiert. Der THW-Bausachverständige Henning Haake aus Springe und der Fachberater Alexander Meyer vom Ortsverband Hameln sahen sich gemeinsam mit Feuerwehrleuten im Erdgeschoss des Hauses um. Die Prüfung ergab: „Weil tragende Balken, die eine Zimmerdecke stützen, durchgebrannt sind, ist die Standsicherheit nicht mehr gegeben“, erklärt Bauingenieur Haake. Es bestehe die Gefahr, dass sich weitere Risse bilden. Im schlimmsten Fall könne die Decke einstürzen.

Auch diese Wand musste von Feuerwehrleuten geöffnet werden, weil darin tragende Eichenbalken brannten. Foto: ube
  • Auch diese Wand musste von Feuerwehrleuten geöffnet werden, weil darin tragende Eichenbalken brannten. Foto: ube

Um 11.58 Uhr wurden zwei Bergungsgruppen des THW Hameln alarmiert. Kurz darauf rückten drei Einsatzfahrzeuge ab – mit Blaulicht und Sirene. Die Helfer brachten Bauholz, Metallstützen und Werkzeug zum Brandort. Einsatzleiter Daniel Siebke ließ zunächst Fels- und Betonbrocken sowie verkohlte Holzteile entfernen. „Wir haben die fehlenden Balken ersetzt, indem wir in den Wänden Stempel eingebracht haben“, erklärt der stellvertretende Ortsbeauftragte Andreas Weiher. Auf diese Weise sei das vom Feuer stark beschädigte Fachwerk abgefangen worden.

Die Hauseigentümerin zeigte sich am Nachmittag erleichtert. Sie ist glücklich, dass sie nicht – wie zunächst befürchtet – vorübergehend woanders wohnen muss.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare