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Nächtlicher Großeinsatz in Groß Berkel: Über 100 Freiwillige rücken aus

Flammen fressen sich in Scheune - Feuer flammt erneut auf

GROSS BERKEL. Nachteinsatz an der Dorfstraße in Groß Berkel: Ein Holz-Schuppen ist in Flammen aufgegangen, das Feuer anschließend auf eine Scheune übergesprungen. Die Feuerwehr war stundenlang im Einsatz. Am Morgen mussten die Einsatzkräfte dann erneut ausrücken, das Feuer war wieder aufgeflammt.

veröffentlicht am 20.03.2018 um 02:56 Uhr
aktualisiert am 20.03.2018 um 16:51 Uhr

Meterhoch schlagen Flammen aus dem Holzhaus. Das Feuer greift auf eine große Scheune über. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Stefan Bergmann wurde am frühen Dienstagmorgen durch ein seltsames Knistern aus dem Schlaf gerissen. Als er kurz nach 2 Uhr nach dem Rechten schaute, sah er, dass es auf dem Nachbargrundstück in einem Holzschuppen brannte. Der 40-Jährige erkannte sofort die Gefahr, die von dem Feuer ausging. Flammen drohten auf eine große Backstein-Scheune überzugreifen. Gemeinsam mit seinem Vater Horst Bergmann (66) versuchte er zu retten, was zu retten ist. Nachdem er den Notruf 112 gewählt und die Feuerwehr angefordert hatte, fuhr Bergmann junior zwei Autos aus der qualmenden Scheune. Der Senior schleppte derweil drei Gasflaschen aus dem Gebäude. Mit Wasser aus einem Gartenschlauch versuchte der 66-Jährige, das Feuer in Schach zu halten.

Die Feuerwehr Groß Berkel wurde um 2.13 Uhr alarmiert. Ein Rettungswagen der Hamelner Feuerwehr traf kurz danach am Brandort ein. „Wir haben uns sofort unseren Pulverlöscher geschnappt, mussten aber schnell einsehen, dass wir damit nichts ausrichten konnten“, sagte ein Notfallsanitäter. Wenige Minuten später trafen die Freiwilligen aus Groß Berkel am Brandort ein. Zu diesem Zeitpunkt waren die meterhohen Flammen bereits unter den Dachüberstand geschlagen und hatten sich in die Scheune gefressen. Balken und Latten des Dachstuhls brannten, dort gelagerte Bohlen und Kanthölzer hatten ebenfalls Feuer gefangen. Unter dem Holzfußboden brannte es in der Zwischendecke. Die Dachrinne war längst geschmolzen.

Ortsbrandmeister Stephan Schünke übernahm die Einsatzleitung – und forderte Verstärkung an. „Wäre das Feuer nur zehn Minuten später entdeckt worden, hätte der Dachstuhl in voller Ausdehnung gebrannt“, sagt Groß Berkels Feuerwehrchef. Die Leitstelle in Hameln schickte die Feuerwehren Aerzen, Selxen, Gellersen und Dehmke sowie die Werkfeuerwehren der Firma Lenze und der Aerzener Maschinenfabrik zur Dorfstraße in Groß Berkel. 100 Freiwillige konnten verhindern, dass die Scheune ein Raub der Flammen wird. „Auf der Suche nach versteckten Glutnestern haben wir den Holzboden aufsägen müssen“, sagt Schünke. Bis 5.30 Uhr waren die Frauen und Männer bei eisiger Kälte und zeitweise im dichten Schneetreiben im Einsatz. Ehrenamtliche DRK-Kräfte standen in Bereitschaft, sodass der Rettungsdienst der Stadt Hameln wieder einrücken konnte.

Um 9.22 Uhr brannte es erneut im Gebälk. „Da waren Flammen zu sehen“, sagt Horst Bergmann. Offenbar hat es noch irgendwo geglimmt, ist das Feuer wieder aufgeflammt. Die Feuerwehren Groß Berkel, Aerzen, Selxen und die Werkfeuerwehr Lenze rückten ein zweites Mal aus. Diesmal steuerten auch Feuerwehrleute aus Hameln die Dorfstraße an – die Freiwilligen hatten eine Drehleiter und ein Löschfahrzeug besetzt. Vom Korb des Leiterwagens wurden Dachziegel entfernt und die verkohlten Balken kontrolliert. Der Leiter der Werkfeuerwehr Lenze, Gerhard-Robert Schaper koordinierte die Nachlöscharbeiten gemeinsam mit Ortsbrandmeister Schünke. Die Brandursache ist noch unbekannt.

Gartenhaus und Scheune stehen dicht beieinander. Foto: ube
  • Gartenhaus und Scheune stehen dicht beieinander. Foto: ube
Der Dachstuhl der Scheune war in Brand geraten. Foto: ube
  • Der Dachstuhl der Scheune war in Brand geraten. Foto: ube
100 Freiwillige waren im Einsatz, bekämpften den Brand. Foto: ube
  • 100 Freiwillige waren im Einsatz, bekämpften den Brand. Foto: ube
Beim zweiten Brand leistet die Drehleiter wertvolle Dienste. Foto: ube
  • Beim zweiten Brand leistet die Drehleiter wertvolle Dienste. Foto: ube
Gartenhaus und Scheune stehen dicht beieinander. Foto: ube
Der Dachstuhl der Scheune war in Brand geraten. Foto: ube
100 Freiwillige waren im Einsatz, bekämpften den Brand. Foto: ube
Beim zweiten Brand leistet die Drehleiter wertvolle Dienste. Foto: ube

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