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Mann bei Spaziergang abgerutscht

Feuerwehr rettet Hamelner aus Felswand

HAMELN. Die Feuerwehr rettete am Montagmorgen einen Hamelner aus einer bedrohlichen Situation. Der Mann (58) saß hilflos oberhalb einer steil abfallenden Felskante fest. Er war beim Spazierengehen vom Weg abgekommen und einen Abhang herungergerutscht. Die Landesstraße 433 war während des Rettungseinsatzes voll gesperrt.

veröffentlicht am 23.07.2018 um 11:45 Uhr
aktualisiert am 23.07.2018 um 18:36 Uhr

Manuel Kutschera spricht dem Opfer vom Drehleiterkorb aus Mut zu. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Bange Minuten unter dem Stiege. Die Feuerwehr rettete am Montagmorgen einen Hamelner aus einer bedrohlichen Situation. Der Mann saß hilflos oberhalb einer steil abfallenden Felskante fest. Rettungskräfte konnten ihn sichern und auf ebenes Gelände führen. Die Landesstraße war während des Einsatzes voll gesperrt. Es kam zu Staus im Berufsverkehr.

Nicht auszudenken, was passieren konnte, wenn Reiner Schmidt eine andere Route für seine morgendliche Fahrradtour gewählt hätte. Der Mann aus Klein Berkel wurde am Montagmorgen zum Retter. Schmidt war um kurz nach 7 Uhr mit seinem Fahrrad in Richtung Gut Helpensen unterwegs. Plötzlich habe er jemanden um Hilfe rufen gehört, erzählte der 68-Jährige.

„Hilfe, Hilfe, ich sitze hier fest“, schallte es von der anderen Straßenseite herüber. Schmidt bremste, schaute sich um. Erst dachte er, dass ihn jemand verkohlen wollte, meinte der Klein Berkeler. Doch dann bemerkte Schmidt, dass es sich um keinen Spaß handelte. Hier war jemand in Gefahr.

Reiner Schmidt hörte Hilferufe und informierte die Feuerwehr. Foto: fn
  • Reiner Schmidt hörte Hilferufe und informierte die Feuerwehr. Foto: fn

Der Radfahrer hatte die Stelle lokalisieren können, von jemand herüberrief. Eine Person sah er jedoch nicht. „Bleiben Sie ruhig. Ich hole die Feuerwehr“, rief Schmidt dem Hilflosen zu und setzte einen Notruf ab. Feuerwehrkräfte brachten kurz darauf ein Drehleiterfahrzeug auf der Helpenser Landstraße in Stellung. Noch wussten die Rettungskräfte nicht, ob das Opfer verletzt war. Ebenso war unklar, wie lange der Mann ausgeharrt hatte, bis er gefunden wurde. Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass er schon stundenlang – vielleicht sogar die ganze Nacht über – auf Hilfe gewartet hatte.

An den Gestürzten kamen sie mit der 30 Meter langen Leiter nicht direkt heran – das wussten die Brandschützer. Dennoch: Manuel Kutschera stieg in den Drehleiterkorb. Der erfahrene Feuerwehrmann konnte mit dem hilflosen Mann Kontakt aufnehmen, ihm gut zureden. Der Oberbrandmeister atmete schnell tief durch: Er erfuhr, dass der Mann keine Verletzungen davongetragen hatte.

Zeitgleich erkundete Einsatzleiter Sven Hildebrandt das Gelände. Auf einer Waldbrandkarte entdeckte er zwei Waldwege, die oberhalb der Absturzstelle entlangführten. Freiwillige Kräfte fuhren vom Tierheim aus mit einem Gerätewagen zur Unglücksstelle. Die letzten Meter legten die Helfer zu Fuß zurück. Der Trupp warf dem Mann ein Seil herunter. Der Hamelner konnte sich sichern. Kurz darauf führten die Feuerwehrmänner das Opfer über eine Steckleiter zurück auf ebenes Gelände und somit in Sicherheit.

Er sei am Morgen gegen 6 Uhr am Felsenkellerweg zu einem Spaziergang aufgebrochen, sagte der Gerettete. Oberhalb der Landesstraße sei er vom Weg abgekommen. Nach wenigen Metern sei er dann auf unwegsamen Gelände abgerutscht. Er habe noch eine Baumwurzel zu fassen bekommen, an die er sich festhalten wollte, berichtete der Hamelner.

„Die brach aber ab“, sagte der Mann. Er rutschte weiter in Richtung Felswand – bis er schließlich an einem Baumstamm Halt finden konnte. „Dahinter war noch ein dickerer Stamm. Ich dachte, wenn ich dahin rutsche, ist Ende im Gelände“, war sich der 58-Jährige der Gefahr bewusst, in der er sich befand. Wie lange er auf Hilfe gewartet hatte, konnte der 58-Jährige nicht genau sagen. Er habe zunächst versucht, zwei Waldarbeiter durch Rufen auf sich aufmerksam zu machen. Doch die hatten ihn nicht gehört, meint der Gerettete.



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