weather-image
16°
Helfer kommen nicht zur Ruhe

Feuerwehr durchsucht vier Altstadt-Häuser

HAMELN. Auf der Suche nach einem piependen Rauchmelder haben Feuerwehrleute am frühen Samstagmorgen vier Häuser in der Hamelner Altstadt durchsucht. Mieter wurden aus dem Bett geklingelt. „Wir hatten leider keine andere Wahl“, erklärt der stellvertretende Stadtbrandmeister Friedrich Wilhelm Thies, der den nicht alltäglichen Einsatz geleitet hat. Die Auslösung eines Heimrauchmelders könne nicht ignoriert werden, das habe das jüngste Altstadt-Feuer gezeigt.

veröffentlicht am 10.09.2017 um 15:10 Uhr
aktualisiert am 11.09.2017 um 09:30 Uhr

Bei ihren Einsätzen muss die Feuerwehr auch Türen öffnen. Foto: ube
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Auch am Abend des 30. August hatten Rauchmelder Alarm ausgelöst. Als der Löschzug den Hinterhof an der Straße „In den Hofstätten“ erreichte, schlugen kurz darauf schon Flammen aus zwei Fenstern, war Bewohnern der Fluchtweg abgeschnitten, weil das Treppenhaus mit giftigen Brandgasen gefüllt war. Sechs Personen mussten gerettet, drei im Krankenhaus behandelt werden. Bei Wohnhausbränden kommt es mitunter auf Sekunden an. Der Faktor Zeit kann über Leben und Tod entscheiden.

Die ersten sieben Stunden des Sonnabends hatten es in sich. Die Leitstelle registrierte eine ungewöhnliche Häufung von Feueralarmen. In Hameln wurde die Feuerwehr zwischen Mitternacht und 7 Uhr fünfmal gerufen, weil Rauchmelder angeschlagen hatten – meist zu nachtschlafender Zeit.
0.52 Uhr: Im Zwergengrund (Nordstadt) piept ein Heimrauchmelder. Die Feuerwehr rückt aus, um die unklare Lage zu erkunden. Mit Spezialwerkzeug wird ein Fenster geöffnet. „Zum Glück haben wir in den Zimmern keinen Brand entdeckt“, sagt Thies.
2.21 Uhr: Wieder piept es. Diesmal in der Wohnanlage „Alte Feuerwache“ an der Alten Marktstraße. Die Feuerwehrleute öffnen eine Tür zu einer Dachgeschosswohnung. Der Weg zum Spitzboden, wo die Brandmeldeanlage aktiviert wurde, führt durch diese Wohnung. Fehlalarm.
2.59 Uhr: Einsatzleiter Thies fährt gerade den Kommandowagen in die Garage, als sein Funkmelder erneut anschlägt. Wieder kommt der Alarm aus der Wohnanlage „Alte Feuerwache“. Wieder blitzen Blaulichter auf, wieder wird erkundet. 45 Minuten später trifft ein Techniker aus Porta Westfalica ein, der den defekten Melder außer Betrieb nimmt.
6 Uhr: Ein Anrufer aus der Neuen Marktstraße hört einen Rauchmelder. Der Mann vermutet, dass das Piepen aus dem Bereich Kopmanshof kommt. Häuser werden durchsucht. Die Feuerwehrleute nähern sich gerade einem weiteren Fachwerkhaus, als das Geräusch verstummt. Sie müssen die Suche um 6.35 Uhr aufgeben. Zur selben Zeit ist die Feuerwehr Bad Pyrmont unterwegs. In einem Unternehmen an der Dringenauer Straße piept ein Rauchmelder. Auch dort handelt es sich um einen Fehlalarm, wie sich kurze Zeit später herausstellt.
7 Uhr: Alarm für die Feuerwehr Hameln! In einem Hinterhaus an der Neuen Marktstraße piept es. Es ist wohl der Melder, der die Männer schon um 6 Uhr beschäftigt hat. Ein Feuerwehrmann steigt auf eine Leiter und öffnet ein auf Kipp stehendes Fenster in der ersten Etage. Der offenbar defekte Rauchmelder wird entfernt.
13.12 Uhr: Diesmal ruft Wasser die Feuerwehr auf den Plan. In einer Erdgeschosswohnung an der Falkestraße tropft es von der Decke. Weil in der darüberliegenden Wohnung niemand öffnet, knacken Feuerwehrleute im Beisein von Polizeibeamten das Türschloss.

17.21 Uhr: Der Löschzug fährt zur Friedrich-List-Straße. Wieder piept ein Rauchmelder; erneut stellt sich heraus: Es handelt sich um einen Fehlalarm.
18.12 Uhr: Diesmal sorgt eine Brandmeldeanlage in Hessisch Oldendorf für Aufregung. Die Feuerwehr fährt zu einem Logistik-Unternehmen an der Welseder Straße.
19.56 Uhr: In Hameln muss wieder einmal eine Tür geöffnet werden – ein Notfall an der Wittekindstraße.
1.16 Uhr: Eine Brandmeldeanlage löst Alarm aus. Im Erlebnisbad „Pyrmonter Welle“ an der Südstraße piept es – wieder einmal Fehlalarm. Einer von vielen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare