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Experten können „derzeit gar nichts ausschließen“

Feuer-Tod gibt Rätsel auf

Hameln. Es ist ein Kriminalfall, der Rätsel aufgibt - drei Wochen nach dem Leichenfund in einem Fachwerkhaus an der Baustraße sind die Umstände des Todes einer 49 Jahre alten Hamelnerin noch ungeklärt. War es ein technischer Defekt oder ist sie Opfer eines Verbrechens geworden. Experten können derzeit nichts ausschließen.

veröffentlicht am 07.04.2016 um 13:02 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:22 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

War es ein technischer Defekt, der einen Brand ausgelöst und letztlich zum Tod der Frau geführt hat? Oder ist die Hausbewohnerin Opfer eines Verbrechens geworden? „Wir können derzeit gar nichts ausschließen“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge im Gespräch mit der Dewezet. Es sei noch alles offen. Hinweise, die auf Gewalteinwirkung hindeuten, habe man allerdings nicht gefunden, sagt Klinge. Das für Todesursachen-Ermittlungen zuständige Fachkommissariat 1 (FK1) des Zentralen Kriminaldienstes versucht herauszufinden, was sich am Morgen des 17. März in der Wohnung der Frau abgespielt hat. Es gibt viele Fragen, aber keine Antworten. Polizei und Staatsanwaltschaft haben deshalb mehrere Sachverständige eingeschaltet. Die heimischen Ermittler werden bei ihren Nachforschungen von einer Brandursachen-Kommission unterstützt. Es handelt sich um eine Kriminaltechnische Ermittlungsgruppe des Landeskriminalamts Niedersachsen - sie setzt sich aus Experten zusammen, die technische, chemische, physikalische und biologische Aspekte eines Feuers analysieren. Auch Rechtsmediziner, die sich auf Untersuchung von Brandwunden spezialisiert haben, beschäftigen sich mit dem Hamelner Todesfall. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat zusätzlich ein externes Sachverständigen-Büro für Brandursachen-Forschung eingeschaltet. Die Ermittler des FK1 warten derzeit auf die Gutachten. Erst wenn alle Erkenntnisse auf dem Tisch liegen, können sich die Polizeibeamten ein Bild von der Lage machen und ihre Schlüsse ziehen. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nichts Konkretes sagen. Dafür ist es noch zu früh“, sagt Oberstaatsanwalt Klinge. Die Polizeiinspektion hat wohl auch deshalb bislang weder eine Ermittlungsgruppe noch eine Sonderkommission eingesetzt. Dennoch beschäftigen sich seit Wochen mehrere Beamte intensiv mit dem rätselhaften Todesfall. Spuren werden ausgewertet, Befragungen durchgeführt. Axel Brünger, Leiter des 1. Fachkommissariats gibt sich vorerst bedeckt. Er will nicht zu viel verraten. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis sei die Frau „an den Folgen von Hitzeeinwirkung gestorben“, sagt der Erste Kriminalhauptkommissar. Das könnte bedeuten, dass die Hamelnerin nicht durch eine Rauchgasvergiftung ums Leben gekommen ist. Als sich Feuerwehrleute Zugang zur Wohnung verschafften, fanden sie die Mieterin - sie lag leblos hinter der Tür. Seinerzeit hieß es, „eine Person und Teile der mit Holz verkleideten Treppe“ hätten zu diesem Zeitpunkt gebrannt. Nach Angaben der Polizei war die Leiche „stark verkohlt“.

Der Chef der Hausbewohnerin hatte an diesem Donnerstagmorgen kurz nach halb acht einen Notruf abgesetzt. Der Mann hatte sich Sorgen gemacht, weil seine Mitarbeiterin nicht zur Arbeit gekommen war. Er hatte geklingelt, das Piepen eines Rauchmelders gehört und der Leitstelle gemeldet: „Ich glaube, ich sehe da auch Qualm.“

In der Wohnung, die sich in der ersten Etage befindet, sei es extrem heiß gewesen. Es habe dort oben aber nicht gebrannt, berichtete seinerzeit die Feuerwehr. An den Wänden hatte sich allerdings Ruß niedergeschlagen. Die Brandermittler gehen davon aus, dass sich die Oberbekleidung der Hamelnerin aus noch unbekannter Ursache im Obergeschoss entzündet hat. Die Frau müsse dann brennend in Richtung Hausflur gelaufen und die Treppe hinuntergefallen sein. Die Flammen seien auf Holzteile übergegriffen, hieß es.



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