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Fünf Feuerwehren alarmiert / Bereits am 21. April hatte es in einer Zelle gebrannt

Feuer in Zelle: Justizbeamte retten Häftling

HAMELN. Der Notruf eines Gefangenen, der seit März in der Jugendanstalt Hameln auf seinen Prozess wartet, hat einen großen Feuerwehreinsatz ausgelöst. In der Zelle des jungen Mannes war am Mittwochabend ein Feuer ausgebrochen.

veröffentlicht am 17.05.2018 um 15:53 Uhr

Großeinsatz: Feuerwehren von nah und fern eilen zur Jugendanstalt Hameln. In einer Zelle ist ein Brand ausgebrochen. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Um 20.05 Uhr drückte der Untersuchungshäftling den Alarmknopf. Der Notruf lief in der Sicherheitszentrale des Gefängnisses auf. Der 23-Jährige sei über die Rufanlage schwer zu verstehen gewesen. Sofort hätte sich eine zweiköpfige Nachtdienst-Streife auf den Weg zu dem Haftraum gemacht, sagte Sozialamtsrat Dietmar Müller, Sprecher der JA, im Gespräch mit der Dewezet.

„Als die Kollegen sahen, dass Rauch durch den Türschlitz nach außen dringt, haben sie sofort die Zellentür geöffnet und den Gefangenen in Sicherheit gebracht. Er war ansprechbar, voll orientiert, hat Glück im Unglück gehabt.“

Die Justizbeamten drückten sofort wieder die Tür zu und ließen die Feuerwehr kommen. Die Leitstelle alarmierte neben dem Löschzug der Wachbereitschaft auch die in Hameln und Rohrsen stationierten Züge II und IV der Feuerwehr Hameln sowie die Ortswehren Tündern, Afferde, Hilligsfeld und Hastenbeck. Ein sogenannter Angriffstrupp, der sich bereits auf der Fahrt zur Jugendanstalt mit schwerem Atemschutz ausgerüstet hatte, bekämpfte den Brand in der stark verqualmten Zelle.

Neben dem Gefängnis-Eingang postieren Freiwillige den Abrollbehälter „Atemschutz/Strahlenschutz.“ Foto: ube
  • Neben dem Gefängnis-Eingang postieren Freiwillige den Abrollbehälter „Atemschutz/Strahlenschutz.“ Foto: ube

„Wir haben das Feuer mit Wasser gelöscht und danach eine Überdruckbelüftung durchgeführt“, sagte Brandamtmann Eugen Steiger. Die Unterstützungskräfte hätten nicht mehr eingreifen müssen. Derzeit wird davon ausgegangen, dass das Feuer nicht vorsätzlich gelegt wurde. Vermutlich hat der 23-Jährige eine Zigarettenkippe nicht richtig ausgedrückt und diese dann in einen Papierkorb geworfen.

Das dürfte den Zellenbrand ausgelöst haben. Der junge Mann, der wegen Verdachts der gemeinschaftlichen Körperverletzung in Tateinheit mit versuchten gemeinschaftlichen Raubes in U-Haft sitzt, müsse gedöst oder geschlafen haben, als sich die giftigen Brandgase in der Zelle ausbreiteten, hieß es.

Erst am 21. April hatte es ein Feuer in der Jugendanstalt gegeben. Ein 23 Jahre alter Häftling steht im Verdacht, den Brand in seiner Zelle gelegt zu haben (wir berichteten). Der Häftling war von Justizbeamten gerettet worden. Er hat den Beamten wohl sein Leben zu verdanken.

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