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Sechs Menschen untersucht – fünf in Klinik gebracht / Feuerwehren und Rettungsdienst rücken mit 23 Fahrzeugen an

Feuer in Jugendanstalt – Großeinsatz

HAMELN. Feuer und Rauch in der größten Jugendstrafanstalt Deutschlands – am Samstagabend steuerte ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Feuerwehr und des Rettungsdienstes das Gefängnis an der Tündernschen Straße an – giftige Brandgase waren der der zweiten Etage des Hauses 3, in dem Häftlinge, die „nicht mitarbeitsbereit“ sind, untergebracht werden. Notarztteams untersuchten sechs Personen.

veröffentlicht am 02.12.2018 um 15:50 Uhr
aktualisiert am 02.12.2018 um 19:30 Uhr

Notarzt- und Rettungswagen sind in die Jugendanstalt gefahren, um Patienten zu untersuchen. Vier Feuerwehren rückten aus. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Notarztteams untersuchten sechs Personen. Zwei Häftlinge und zwei Bedienstete der Jugendanstalt wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Ein Feuerwehrmann klagte über eine Augenverletzung. Auch er musste mit einem Rettungswagen in eine Klinik eingeliefert werden. Mehr als 50 Feuerwehrleute aus Hameln, Rohrsen, Tündern, Hilligsfeld und Afferde sowie 25 Retter von Feuerwehr, DRK und Landkreis Holzminden fuhren mit 23 Blaulicht-Fahrzeugen zur JA.

Es war der wohl größte Einsatz in der JA in den vergangenen 20 Jahren. Die Leitstelle hatte mit dem Stichwort „MANV“ (Massenanfall von Verletzten) unter anderem die Schnell-Einsatzgruppe (SEG) des hauptamtlichen Rettungsdienstes, Spezialisten der DRK-Bereitschaften Hameln, Marienau und Bad Münder alarmiert und zudem das System „Leitender Notarzt“ aktiviert. Was den Brand ausgelöst hat, steht noch nicht fest. Die Ursache sei unbekannt, sagte Hauptkommissar Guido Krosta. Zwei Ermittlerinnen der Tatort-Gruppe haben bereits nach Spuren gesucht. Krosta geht davon aus, dass am Montag Brandursachen-Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes weitere Nachforschungen anstellen werden.

Um 20.07 Uhr betätigte ein 22 Jahre alter Gefangener die Gegensprechanlage in seinem Haftraum. Er meldete der Sicherheitszentrale der Anstalt, dass Qualm aus der Wand komme. Die Anstaltszentrale setzte umgehend den Nachtdienst im Haus 3 in Kenntnis und bat um Erkundung der Lage. Sekunden später setzte ein weiterer Häftling (22) aus einer benachbarten Zelle einen weiteren internen Notruf ab, weil Rauch in seinen Haftraum gewabert war. Daraufhin wurde Alarm für alle Nachtdienst-Mitarbeiter ausgelöst. Ein Rettungsteam der Justiz holte die beiden Gefangenen aus ihren Zellen. Drei weitere Insassen (18, 19, 21) der Wohngruppe 8 wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. „Die Kollegen haben zu diesem Zeitpunkt von einer starken Rauchentwicklung gesprochen“, sagt Sozialamtsrat Dietmar Müller von der JA Hameln. Als die ersten Feuerwehrkräfte die Anstalt erreichten, war bereits viel Brandrauch abgezogen. „Fenster und Oberlichter waren zum Querlüften geöffnet worden“, sagt Hauptbrandmeister Andreas Kracht. Dennoch seien eine Zelle und der Flur immer noch verqualmt gewesen. Mit einem Hochleistungslüfter wurden die giftigen Brandgase nach draußen gedrückt. Stadtbrandmeister Markus Weber übernahm die Einsatzleitung. Vor Haus 3 untersuchten und behandelten Rettungskräfte sechs Menschen. Die Gefangenen und die JA-Bediensteten hätten noch vor Mitternacht das Krankenhaus wieder verlassen können, sagte Müller.



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