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Realistische Großübung sorgt für Aufsehen / Flammen lodern, Rauch steigt auf

Feuer am Zug – Großeinsatz bei Grohnde

GROHNDE. Die Lage war unübersichtlich. Ein Personenzug hatte am Samstagnachmittag auf freier Strecke zwischen dem Gasthaus zum Ruhberg bei Hajen und Grohnde Halt gemacht. Eine 80 Tonnen schwere Diesellokomotive war auf einem unbeschrankten Bahnübergang oberhalb der Bundesstraße 83 zum Stehen gekommen. Neben dem Zug loderten Flammen, Rauch stieg auf, aus den Fenstern eines Waggons waberte Qualm. Zum Glück war’s eine Übung.

veröffentlicht am 10.08.2019 um 16:46 Uhr
aktualisiert am 11.08.2019 um 11:08 Uhr

Ulrich Behmann

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Um 15.17 Uhr waren Feuerwehrleute via Sirene und Pieper alarmiert worden. Aus Marienau machten sich Rettungswagen-Besatzungen der Schnell-Einsatzgruppe des DRK auf den Weg. Die erste Meldung lautete: „Zug mit Traktor kollidiert!“ Wenige Minuten zuvor hatte noch ein mit Kies beladener Güterzug die Gleise benutzt. Nun sollte ein Unglück mit Verletzten und einem Toten passiert sein. Niemand ahnte in diesem Moment, dass es sich um eine streng geheim gehaltene Übung handelt. Kirchohsens stellvertretender Ortsbrandmeister Thomas Feldmann und Oberbrandmeister Michael Niehus, ein Feuerwehrmann, der auch Ausbilder für Einsätze im Gleisbereich ist, hatten das Szenario ausgearbeitet. Auf der einen Seite des Zuges stand ein Traktor, auf der anderen lag ein Anhänger auf der Seite, unter dem eine Puppe eingeklemmt war. In den Waggons befanden sich Reisende, am Bahndamm lagen wimmernde Menschen, die von Spezialisten der DRK-Einheit „Realistische Unfalldarstellung“ täuschend echt geschminkt worden waren. Der Personenzug war am Vormittag extra aus dem nordhessischen Treysa (Schwalmstadt) ins 200 (Schienen-) Kilometer entfernte Grohnde gefahren. Die Lok wurde vom Eisenbahnverkehrsunternehmen Train4Train zur Verfügung gestellt; die Waggons gehören den Eisenbahnfreunden Trysa. Die Großübung sollte so realistisch wie möglich gestaltet werden. Am Ende des realen Löscheinsatzes und der geprobten Rettung bezeichnete Einsatzleiter Sebastian Herr, die Übung als „echte Herausforderung“. Angesichts des anspruchsvollen Szenarios und der ungewöhnlichen Lage komme man schon „an seine Grenzen“. Unter den Zaungästen: Andreas Grossmann. Der Bürgermeister zeigte sich zufrieden mit der Arbeit der Freiwilligen, die aus einem Dutzend Orten herbeigeeilt waren. „Die Frauen und Männer sind motiviert und leistungsstark. Ich finde es gut, dass die Emmerthaler Feuerwehrleute über die Einsatzfahrzeuge und das Gerät verfügen, das sie benötigen, um eine dermaßen komplexe Lage professionell abarbeiten zu können.“ Die Drohnenstaffel der Kreisfeuerwehr unterstützte die Einsatzleitung. „Vom Boden und aus der Luft wurden viele Fotos gemacht, die wir zeitnah in die Auswertung mit einbeziehen, sagte Übungsleiter Feldmann. Erst dann soll Manöverkritik gehalten werden. Feldmann und Niehus machten sich bereits während der Großübung Notizen. „Die Betreuung der nicht verletzten Reisenden war nicht ganz optimal“, meint Niehus. Und auf der Rückseite des Zuges hätten die Kräfte nicht sofort die Lage erkundet, sagte Feldmann. Insgesamt sei man aber zufrieden mit dem Verlauf der Großübung. Übungsleiter Feldmann bedankte sich bei dem Unternehmen Train4Train, den Eisenbahnfreunden Treysa und den Landwirten Olaf Flohr und Hans-Helmut Scheel. "Ohne deren Unterstützung hätten wir diese Übung nicht durchführen können." 

Ein Anhänger liegt auf der Seite, Verletzte, die von Eisenbahnfreunden aus Treysa gemimt werden, müssen versorgt werden. Foto: leo


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