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Unfallverursacher legt Einspruch gegen Strafbefehl ein

Ferrari hatte 130 bis 165 Sachen drauf

Hameln. Der Ferrari, der Anfang August 2015 auf der Deisterallee gegen eine Laterne geprallt war, war viel zu schnell. Laut Gutachten hatte er eine Geschwindigkeit von 130 bis 165 Stundenkilometern. Erlaubt war nur Tempo 50. Gegen den gestellten Haftbefehl legt der Unfallverursacher nun Einspruch ein.

veröffentlicht am 12.04.2016 um 18:55 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

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Autor:

von Frank Neitz

Passanten an der Deisterallee und des Grünen Reiters wunderten sich am Montag über die tagsüber eingeschaltete Straßenbeleuchtung. Die Laternen schienen mit der Frühlingssonne um die Wette zu strahlen. Grund war weder eine Fehlschaltung noch ein technischer Defekt. „Es handelte sich um eine Probeschaltung“, ist aus dem Rathaus zu erfahren.

Eine neue Leuchte mitsamt Zehnmeter-Mast wurde zuvor montiert. Der Vorgänger war bei einem spektakulären Unfall beschädigt worden und wurde nun – acht Monate nach der Kollision – austauscht. Es ist die Laterne, gegen die Anfang August ein Ferrari prallte.

Der damals 42-jährige Fahrer des 400 PS starken Sportwagens hatte auf der Deisterallee die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Der Ferrari schleuderte mit hohem Tempo über die Fahrbahnen, krachte gegen zwei Bäume und eben die Straßenlaterne, bevor das Autowrack auf einen Fußweg zum Stehen kam.

Der 36 Jahre alte Beifahrer wurde schwer und der Fahrer leichter verletzt. Auch eine Passantin erlitt durch umherfliegende Fahrzeugteile leichte Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Ferrari beschlagnahmen lassen und die Erstellung eines Geschwindigkeitsgutachtens angeordnet. Schnell machte in Hameln die Vermutung die Runde, dass der Sportwagen bei einem illegalen Autorennen beteiligt war. Einige Zeugen sprachen von Motorengeräuschen wie bei einem Formel-1-Rennen.

Wenige Tage nach dem schweren Unfall hatten Analytiker auf der Deisterstraße ihre Arbeit aufgenommen. Die Experten vermaßen die vierspurige Straße und dokumentierten Unfallspuren. Die Daten flossen ebenso wie am Ferrari ausgewertete Verformungsspuren in ein Gutachten, das die gefahrene Geschwindigkeit aufzeigt. Und die muss wesentlich über dem erlaubten Tempo 50 gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hamelner vor, mit deutlich über Tempo 100 über die Allee gerast zu sein. Laut Gutachten soll der Ferrari 130 bis 165 Stundenkilometer schnell gewesen sein, heißt es. Inzwischen wurde ein Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Fahrer erlassen. Es wurde eine Geldstrafe verhängt und die Fahrerlaubnis entzogen. Zudem wurde eine Sperre von 24 Monaten festgesetzt. Das Urteil ist jedoch nicht rechtskräftig. Der Ferrarifahrer hat Einspruch eingelegt. Ein Termin für ein Hauptverfahren ist mittlerweile anberaumt worden. Dann werden sich Richter am Hamelner Amtsgericht mit dem Unfall befassen und die Unfallanalytiker ihr Gutachten vorstellen.



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