weather-image
Ehepaar deponiert Geld und Schmuck unter Sitzbank – fast 50 000 Euro weg

Falsche Polizisten zocken erneut Senioren ab

HAMELN. Schon wieder ist es skrupellosen Kriminellen gelungen, ein älteres Ehepaar (81, 85) um ihre Ersparnisse zu bringen – nach unbestätigten Informationen unserer Zeitung soll die Beute fast 50 000 Euro wert sein. Die Trickbetrüger gaben sich als Polizeibeamte und Staatsanwälte aus, tischten den Senioren eine frei erfundene Einbrecher-Geschichte auf und baten sie um Mithilfe.

veröffentlicht am 09.08.2018 um 13:39 Uhr
aktualisiert am 09.08.2018 um 21:20 Uhr

Die Täter rufen gezielt Menschen an, deren Vornamen vermuten lassen, dass sie älter sind. Symbolbild: Pixabay
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Allein im Laufe des Mittwochs wurden mindestens 29 Hamelner, deren Vornamen darauf schließen lassen, dass sie ein hohes Lebensalter haben, angerufen. 28 ließen sich nicht täuschen und legten wieder auf. Die Warnhinweise der Polizei und die Berichte über solche Taten in der Dewezet zeigen offenbar Wirkung. In einem Fall waren die Täter jedoch erfolgreich. Sie erbeuteten einen mit Geld, Schmuck, Wertgegenständen und Sparbüchern gefüllten Beutel, den ein Paar aus Unsen auf Anweisung der Täter unter einer Sitzbank in der Nähe seines Hauses deponiert hatte. Erst Ende Mai war es falschen Polizisten gelungen, einem Ehepaar (87, 92) aus Afferde Gold und Geld im Wert von 130 000 Euro abzunehmen. Die Täter hatten ein älteres Ehepaar dazu gebracht, die Barren auf einem Spielplatz in einen Mülleimer zu legen.

Im aktuellen Fall haben die Trickbetrüger am Mittwochabend zwischen 18 Uhr und 18.30 Uhr ein Ehepaar aus Unsen über den Tisch gezogen. Der Anrufer nannte sich Oberkommissar Thomas Wagner. Er erzählte den Senioren, man habe mehrere Einbrecher festgenommen, müsse die Diebe jedoch wieder laufen lassen. Nun wolle die Polizei der Bande eine Falle stellen. „Damit uns das gelingt, benötigen wir die Mithilfe der Bürger“, erzählte der falsche Fahnder. Das Ehepaar wurde gebeten, sämtliches Bargeld, aber auch Schmuck- und andere Wertgegenstände sowie Sparbücher, in einen Beutel zu legen und auf weitere Anweisungen zu warten. Die Senioren glaubten dem Anrufer – sie wollten die Polizei bei der Festnahme der Diebesbande unterstützen und legten ihre Habe nach einer weiteren telefonischen Aufforderung in der Nähe ihres Hauses ab. Als bei den gutgläubigen und hilfsbereiten Rentnern Zweifel aufkamen, zogen die Gauner ein As aus dem Ärmel. Ihr Plan B sah vor, dass sich ein anderer Mann meldet, der sich am Telefon als Staatsanwalt Dr. Lorenz ausgab. Diesem rhetorisch geschickten Täter gelang es, das Ehepaar zu überzeugen, dass alles seine Richtigkeit hat.

Die Unsener bemerkten zu spät, dass sie einer Betrüger-Bande auf den Leim gegangen waren. Als die Opfer nachschauten, waren ihre Wertsachen bereits weg. Erst eine halbe Stunde später wurde die Hamelner Polizei verständigt. Mit allen verfügbaren Streifenwagen fahndeten Einsatzbeamte nach den Tätern – sie konnten aber weder verdächtige Personen noch Fahrzeuge aufspüren. Ermittler gehen davon aus, dass die Hintermänner solcher Banden auf dem Balkan und in der Türkei sitzen. Auch am Donnerstag haben die Täter wieder mehrere Hamelner angerufen.

Der Kripo-Trick ist nicht neu. In der Vergangenheit habe die Polizei im Weserbergland mehrfach solche Anrufwellen registriert und deshalb über Pressemitteilungen, soziale Netzwerke und in Beratungsgesprächen die Bevölkerung gewarnt, sagt Hauptkommissar Jens Petersen. Zudem seien Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste und Bankangestellte zu diesem Thema sensibilisiert worden.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt