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Fall Lügde: Kinder mussten andere Kinder missbrauchen

LÜGDE. Im Missbrauchsfall Lügde hat die Ermittlungskommission ihre Akten samt Abschlussbericht an die Staatsanwaltschaft Detmold übergeben. Einem Zeitungsbericht zufolge soll darin auch stehen, dass Kinder gezwungen worden seien, andere Kinder sexuell zu missbrauchen.

veröffentlicht am 13.05.2019 um 09:53 Uhr
aktualisiert am 16.05.2019 um 12:13 Uhr

Foto: dpa

Auf dem Campingplatz in Lügde-Elbrinxen sollen Kinder auch gezwungen worden sein, andere Kinder sexuell zu misshandeln. Eine entsprechende Aussage habe ein Kind bei der Kripo in Bielefeld gemacht, die Angaben würden als glaubwürdig eingeschätzt, schreibt das „Westfalen-Blatt“ unter Berufung auf den Opferanwalt Peter Wüller. Die Kinder sollen dabei von Andreas V. dirigiert worden sein, der die Taten aufgenommen haben soll.

Im Missbrauchsfall Lügde hat die Ermittlungskommission nun ihre Akten samt Abschlussbericht an die Staatsanwaltschaft Detmold übergeben. Darin wird dem Hauptbeschuldigten Andreas V. nach Angaben des Rechtsanwalts der Missbrauch von 28 Opfern zur Last gelegt. Sein Komplize Mario S. aus Steinheim soll 18 Opfer missbraucht haben. Die Taten der beiden Männer reichten den Ermittlungen zufolge bis zur Vergewaltigung kleiner Kinder. Erste Missbrauchstaten an einem Mädchen soll der Hauptbeschuldigte bereits in den 90er Jahren begangen haben, sie können aber wegen Verjährung nicht mehr verfolgt werden.

In der vergangenen Woche habe die Staatsanwaltschaft Detmold den Verteidigern der Beschuldigten und den Opferanwälten Einblick in die Akten, gegeben. Daraus gehe hervor, dass Mädchen und Jungen „auf alle nur denkbaren Arten“ vergewaltigt worden seien, zitiert das Wesfalen-Blatt den Rechtsanwalt.

Wüller lobt die Ermittler. Die Kinder seien, „einfühlsam und sehr geduldig“ befragt worden. Wenn die Kinder ihre Aussagen im Prozess wiederholen, reiche dies für Haftstrafen zwischen zwölf und 14 Jahren, so der Anwalt.

Auf Grundlage der Ermittlungsakte wird die Staatsanwaltschaft Detmold voraussichtlich in dieser Woche erste Anklagen erheben. Parallel ermittelt die „EK Eichwald“ weiter.

Der Hauptverdächtige hat derweil erstmals Angaben gegenüber den Ermittlern gemacht. Der Verteidiger des Hauptbeschuldigten habe „eine Einlassung eingereicht“, die allerdings „nicht die eigene Tatbeteiligung betrifft“, teilten die Polizei Bielefeld und die Staatsanwaltschaft Detmold auf dpa-Anfrage am Freitag mit. Darüber hinaus habe der 56-Jährige „keine Angaben zur Sache gemacht“. Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen gaben die Behörden keine konkreteren Auskünfte.

Die „Neue Westfälische“ zitierte den Verteidiger des 56-Jährigen, sein Mandant sei bereit, „die Taten schnell aufzuklären“. Von ihm sei auch der Hinweis auf den 21-Jährigen gekommen, gegen den seit Kurzem wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs ebenfalls Ermittlungen aufgenommen wurden.

fh/red/dpa



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