weather-image
22°
Vier Männer klagten über Kopfschmerzen und Übelkeit / Zwei Mitarbeiter in Klinik gebracht

Essiggeruch löst Großeinsatz beim BHW aus

HAMELN. Nachdem sie am Samstag in einem BHW-Gebäude Metallschränke, in denen sich 30 Jahre alte Mikrofilm-Kassetten befanden, ausgeräumt hatten, haben laut Feuerwehr vier Männer (34, 36, 55, 60) einer Fachfirma über Kopfschmerzen und Übelkeit geklagt. Offenbar ahnten die Arbeiter nicht, dass die Symptome etwas mit dem Transport der Bänder zu tun haben könnten.

veröffentlicht am 12.02.2018 um 17:10 Uhr

Foto: ube
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Am Montagnachmittag gegen 14 Uhr hätten dann Mitglieder der BHW-Werkfeuerwehr die Hamelner Feuerwehr darüber informiert, dass es in einem ehemaligen Reifenlager, in dem die zur Vernichtung bestimmten Mikrofilme seit Sonnabend zwischengelagert werden, nach Essig riecht, berichtet Brandoberinspektor Sven Hildebrandt vom Einsatzführungsdienst. Zunächst erkundete ein Trupp, der sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet hatte, die unklare Lage. Hildebrandt ließ vorsorglich den in Flegessen stationierten Messwagen des ABC-Dienstes und den Gefahrgutzug der Hamelner Feuerwehr anrücken. Ebenfalls im Einsatz: Chemie-Fachberater Frank Wöbbecke, Diplom-Chemiker und Kreisbrandmeister. Zwei Männer, die sich immer noch nicht gut fühlten, seien von der Feuerwehr mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden. „Ein dritter Arbeiter geht zum Arzt, der vierte soll inzwischen keine Symptome mehr zeigen“, sagte der Einsatzleiter.

Die Datenkassetten waren von den Arbeitern laut Feuerwehr in 44 je 120 Liter große Tonnen gefüllt und dann zu dem verschließbaren Zwischenlager in der Tiefgarage gebracht worden. Mitte der Woche sollte damit begonnen werden, die Cellulose-Bänder, die mit Acetat beschichtet sein sollen, zu entsorgen. Ein auf Datenvernichtung spezialisiertes Unternehmen werde die Kassetten in winzige Stücke schreddern, hieß es. Die Feuerwehr geht davon aus, dass das Acetat mit der Feuchtigkeit in der Luft reagiert hat. Hildebrandt sprach vom sogenannten Essigsäure-Syndrom. So wird die Bildung von Essigsäure-Kristallen auf älterem Filmmaterial, hervorgerufen durch die chemische Reaktion (Hydrolyse) des Trägermaterials Celluloseacetat mit feuchter Luft, bezeichnet. Diese Reaktion sei ein Zersetzungsprozess, sagte der Brandoberinspektor. Messungen in dem Lagerraum hätten gezeigt, dass dort weder ein explosionsfähiges Gemisch noch Essigsäure nachgewiesen werden konnte.

Foto: ube
  • Foto: ube


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt