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Freiwillige löschen Brände in Groß Berkel, Aerzen und Kirchohsen / Wohnhaus geschützt

Erst Knall, dann Feuer

GROSS BERKEL/AERZEN/KIRCHOHSEN. Viel zu tun hatten die Feuerwehren in der Gemeinde Aerzen. Gleich drei verschiedene Feuer mussten gelöscht werden, in einem Fall war ein Wohnhaus bedroht.

veröffentlicht am 10.06.2018 um 16:17 Uhr
aktualisiert am 10.06.2018 um 19:10 Uhr

Nächtliches Feuer in Groß Berkel – Atemschutz-Trupps löschen Flammen und schützen das Wohnhaus. Foto: leo
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Es war Sonntag um 0.48 Uhr, als eine Anwohnerin eines Einfamilienhauses an der Straße „Am Sportplatz“ in Groß Berkel durch ein auf Kipp stehendes Fenster einen lauten Knall hörte. Sie informierte sofort ihren Ehemann, der sich zu diesem Zeitpunkt gerade im Erdgeschoss aufhielt. Der Groß Berkeler schaute aus dem Fenster und sah schwarzen Rauch aufsteigen – der Qualm kam aus der Garage, die direkt am Nachbarhaus steht. Sofort machte sich der Mann auf den Weg, um die Bewohner zu warnen. „Er ließ sich den Schlüssel für einen vor dem Garagentor geparkten VW Polo geben und fuhr das Auto aus dem Gefahrenbereich. Dann setzte der couragierte Ersthelfer einen Notruf ab“, erzählt Oberlöschmeister Daniel Hundertmark. Noch vor Eintreffen der Feuerwehr Groß Berkel erreichte ein Streifenwagen aus Hameln den Brandort. Die Beamten holten die Frau aus dem Haus. Ihr Mann sei bereits in Sicherheit gewesen, berichtet Polizeikommissar Daniel Pissors. Als die Freiwilligen wenig später am Einsatzort eintrafen, brannte gerade ein Fenster der Garage durch. „Während Kameraden das Wohnhaus sofort mit Wasser besprühten und es auf diese Weise vor der Strahlungshitze schützten, löschte ein anderer Trupp, der sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet hatte, die Flammen, die im vorderen Bereich eines Mercedes loderten“, berichtet Hundertmark. Mit einem Unimog der Feuerwehr wurde das Wrack kurz darauf aus der Garage gezogen. Die Suche nach Glutnestern und die Löscharbeiten zogen sich über anderthalb Stunden hin. Die Ursache des Feuers sei unbekannt, sagte Ermittler Pissors. Polizisten befragten Anwohner und machten Fotos. Bereits um 23.24 Uhr war die Feuerwehr Aerzen zu einem Brand im Wald gerufen worden, weil jemand auf dem Schierholzberg Feuerschein entdeckt hatte. Die Freiwilligen machten sich auf die Suche. Im Bereich „Wandermanns Eiche“ wurden sie fündig. „Eine Gruppe junger Männer hatte ein Lagerfeuer entzündet – angesichts der immer noch recht hohen Waldbrandgefahr war das allerdings keine so gute Idee“, meint Oberlöschmeister Hundertmark. Feuerwehrleute löschten die Flammen.

Ein anderes Feuer beschäftigte am Sonntagvormittag 30 Freiwillige der Feuerwehr Kirchohsen vier Stunden lang. An der Emmer, hinter dem Seniorenheim „Haus Martha“ (An der Rischmühle), brannte ein Baumriese. Der Stamm habe einen Umfang von sieben bis acht Metern gehabt, sagte der stellvertretende Gemeindebrandmeister Kay Leinemann. Die Flammen wurden mit reichlich Wasser bekämpft. Um die Flammen, die sich tief in den mindestens 80 Jahre alten knorrigen Baum hineingefressen hatten, löschen zu können, musste die 20 Meter hohe und verzweigte Weide gefällt werden. Spezialisten setzten Kettensägen und einen Greifzug ein – bei Regen und schwüler Wärme war das eine schweißtreibende Arbeit. Ein Blitz dürfte den großen Baum nicht getroffen haben. Es war wohl Brandstiftung. Die alte Weide wurde gern als Treffpunkt und zum Budenbau genutzt.

Der mehr als 80 Jahre alte Baum, einst beliebter Treffpunkt in Kirchohsen, ist nicht mehr zu retten – Feuerwehrleute mussten den Riesen fällen und zerteilen. Foto: Feuerwehr
  • Der mehr als 80 Jahre alte Baum, einst beliebter Treffpunkt in Kirchohsen, ist nicht mehr zu retten – Feuerwehrleute mussten den Riesen fällen und zerteilen. Foto: Feuerwehr


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