weather-image
29°
Dreimal müssen die Ordnungshüter zu Einsätzen auf der Bundesstraße 65 ausrücken

Entenfamilie hält Polizei in Atem

BÜCKEBURG/PORTA. Eine Entenfamilie hat Polizei und Autofahrer auf der Bundesstraße 65 in Atem gehalten. Insgesamt dreimal rückte die Polizei Minden aus, bis schließlich Mutter Ente mit ihren sechs Küken in Sicherheit war.

veröffentlicht am 11.06.2017 um 18:00 Uhr
aktualisiert am 12.06.2017 um 16:13 Uhr

Eine Entenfamilie auf Abwegen: Mutter Ente samt ihrer sechs Küken erkundet die Umgebung. Foto: Mara Burmester
4299_1_orggross_r-cremers

Autor

Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Auch die Bückeburgerin Janis Probst war mit ihrer Freundin Mara Burmester in einen der Einsätze involviert. Die beiden hatte die Entenfamilie gegen elf Uhr im Vorbeifahren Richtung Porta entdeckt. Sie wendeten kurzentschlossen im Kreisel am Ende der B 65, um zurückzufahren und die nächste Aus- und Auffahrt zu nehmen. In Höhe der Entenfamilie bremsten sie ab, schalteten die Warnblinkanlage an und sicherten so im „Watscheltempo“ die Familie. Bis zu 50 Autofahrer, manche wild gestikulierend und hupend, fuhren an dem Hindernis vorbei.

Kurze Zeit später traf ein Streifenwagen der Polizei Minden-Lübbecke ein, der die weitere Sicherung der Entenfamilie übernahm. „Wir wollten auch schon aussteigen und die Entenfamilie in Sicherheit bringen“ schilderte Janis Probst, 21 Jahre, wohnhaft im Bückeburger Ortsteil Scheie, die Situation: „Aber das wäre auch für uns gefährlich geworden.“ Zum Glück sei dann die Polizei eingetroffen. „Wir sind tierlieb, wir hätten bei jedem Tier angehalten“, ergänzt Mara Burmester, 22 Jahre, aus Krainhagen.

Die Kollegen hatten zu diesem Zeitpunkt fast auch schon Routine bei der Entenrettung entwickelt, wie der Pressesprecher der Polizei Minden-Lübbecke, Thomas Bensch, auf Anfrage mitteilt. Denn insgesamt dreimal hatten die Enten die Beamten auf Trab gehalten.

Um 9.15 Uhr war der erste Alarm von Autofahrern eingegangen. Als das Team der Polizeiwache Porta vor Ort war, zog es die Entenfamilie ob des großen Polizeiwagens wohl vor, sich in Sicherheit zu bringen. Sie verschwand im Gebüsch.

Um 10.07 Uhr war der große Schreck offensichtlich vorbei. Der nächste Anruf ging ein: Entenfamilie auf der B 65. Dieses Mal gestaltete sich der Fall komplizierter. Mittlerweile war die Familie getrennt. Also übte sich das Polizeiteam in Familienzusammenführung. Die sechs Küken wurden eingesammelt, in einer Tüte verstaut und zur Entenmutter gebracht. „Da war alles wieder gut“, so Thomas Bensch. Die Entenfamilie verschwand wieder im Gebüsch. Ausweise hätten die Beamten nicht kontrolliert: „Wir gehen aber davon aus, dass es die gleichen Enten waren.“

Um 11.07 Uhr der dritte Einsatz, in den die Bückeburgerin involviert war: Entenfamilie auf der B 65. „Wieder unsere Familie“, wie es Bensch formulierte, „die müssen die Kollegen mittlerweile richtig liebgewonnen haben.“ Und guter Rat war teuer. Was tun? Zu guter Letzt sperrte die Polizei die B 65, ermöglichte so der Entenfamilie das sichere Überqueren der Fahrbahn. Mutter Ente samt der sechs Küken verschwand watschelnd wieder im Gebüsch. Und blieb dort auch. Denn es ging kein weiterer Anruf mehr ein. Sie scheinen offensichtlich einen Teich gefunden zu haben.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare