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Cannabis, Waffen und Drohungen

Einsatz wegen Beziehungsstreit: Polizei findet Drogen und Waffen

HATTENDORF. Eigentlich wurden die Beamten nur zu einem Streit zwischen einem Mann und seiner ehemaligen Lebensgefährtin gerufen. In der Wohnung des 45-Jährigen fanden sie dann aber Waffen und scharfe Munition sowie eine professionelle Drogenplantage. Es wurden mehrere Ermittlungsverfahren eröffnet.

veröffentlicht am 12.09.2017 um 17:05 Uhr
aktualisiert am 12.09.2017 um 23:30 Uhr

Foto: Oliver Berg/dpa
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Das böse Ende von Beziehungen führt immer wieder zu überraschenden Ermittlungserfolgen der Polizei. Die Worte von Polizeichef Wilfried Korte bestätigten sich am Wochenende: Eigentlich wurden die Beamten nur wegen eines hässlichen Streits zwischen dem 45-jährigen Beschuldigten und seiner ehemaligen Lebensgefährtin gerufen.

Zum wiederholten Mal soll der Mann seine Exfreundin bedroht haben. Nach Informationen unserer Zeitung soll der Mann auch Nachbarn – die bei vergangenen Streits schlichtend eingegriffen haben – bedroht haben.

Noch bevor die Beamten eintrafen, war der Auetaler allerdings bereits zu seiner Wohnung gefahren. Da die Beamten vor Ort erfuhren, dass der 45-Jährige mehrere Schusswaffen besitzen soll, beantragten sie einen Durchsuchungsbeschluss.

„Für so einen Fall haben wir einen Bereitschaftsdienst“, erklärt André Lüth, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft. Beim Amtsgericht Bückeburg wurde der Durchsuchungsbefehl noch am gleichen Tag genehmigt. Es folgte ein größerer Einsatz der Polizei, die Wohnung des Beschuldigten wurde durchforstet. Der Mann soll dabei keinen Widerstand geleistet haben und wurde direkt im Anschluss an den Einsatz verhaftet.

Die Beamten fanden nicht nur die in der Wohnung bereits vermuteten Waffen und scharfe Munition, sondern auch noch eine professionelle Drogenplantage: Sage und schreibe 34 Cannabispflanzen pflegte der Mann in seiner Wohnung. Dazu kamen noch weitere vier Kilogramm bereits geerntetes Marihuana sowie 227 Gramm Amphetamin. Eine Menge, die man selbst mit viel Fantasie nicht mehr als Eigenbedarf bezeichnen kann.

Daher ermittelt die Staatsanwaltschaft nun nicht nur wegen Bedrohung und illegalen Waffenbesitzes, sondern auch wegen des „Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“, wie Staatsanwalt Lüth auf Anfrage bestätigt.

Derzeit prüfe die Staatsanwaltschaft die weiteren Schritte, erklärt Lüth. Für Bedrohung sieht das Strafgesetzbuch bis zu einem Jahr Haft vor. Für Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sieht das Gesetz mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe vor.

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