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Viele unterschätzen Risiko von Handynutzung am Steuer – Polizei startet Kampagne

Eine Sekunde Unaufmerksamkeit

Hameln. Der Text kann noch so kurz sein – die Zeit der Ablenkung ist trotzdem lang. Eine SMS während der Fahrt geschrieben, ist ein Moment, in dem der Blick nicht nach vorne auf die Fahrbahn gerichtet ist. Das Telefonieren am Steuer würde von vielen Verkehrsteilnehmern unterbewertet und als nicht sonderlich schlimm empfunden, heißt es von der Polizei. Die Polizeiinspektion ist für das Thema sensibilisiert und will auf dieses Phänomen entsprechend reagieren. „Kommunikation kann tödlich sein“ oder „tippen tötet“ sind Slogans einer Kampagne, die sich gegen die Handynutzung beim Autofahren richtet.

veröffentlicht am 18.08.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

Frank Neitz

Autor

Reporter / Fotograf zur Autorenseite

„Eine Sekunde Unaufmerksamkeit kann das eigene Leben, aber auch das Leben anderer entscheidend verändern. Bei Tempo 100 legt man, während man nur zwei Sekunden auf das Display schaut, knapp 60 Meter zurück. Das sind 60 Meter im Blindflug. Bei auftretenden Gefahren besteht dann keine Möglichkeit zu einer Reaktion“, sagt Polizeioberkommissar Jens Petersen.

Experten schätzen, dass sich inzwischen jeder fünfte Unfall ereignet, weil am Steuer ein Mobilfunktelefon benutzt oder ein Navigationsgerät bedient wird. Bei Verkehrsüberwachungen konnten in den letzten beiden Jahren innerhalb der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden über 2000 Verstöße festgestellt und geahndet werden. Die Dunkelziffer liegt sicherlich um ein Vielfaches höher. In Umfragen gaben bis zu 50 Prozent der am Straßenverkehr Teilnehmenden zu, während der Fahrt auch gelegentlich das Handy zu nutzen. 20 Prozent sollen dabei sogar tippen.

Laut Straßenverkehrsordnung darf ein Fahrer kein Mobil- oder Autotelefon benutzen, wenn hierfür das Gerät oder der Hörer aufgenommen oder gehalten werden muss. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist.

Übrigens, auch auf dem Fahrrad ist die Handynutzung während der Fahrt nicht gestattet. „Ein Verstoß als Kraftfahrzeugfahrer wird derzeit mit 60 Euro und einem Punkt im Fahreignungsregister geahndet. Radfahrer, die während der Fahrt telefonieren, werden mit 25 Euro verwarnt“, weiß Petersen. Unterstützt wird die Präventionsarbeit der Polizei durch Videos, die auf Videokanälen im Internet zu finden sind.



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