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Täter steigen am hellichten Tag in mehrere Wohnungen ein

Einbrecher locken Flüchtlingsfamilie mit falschem Schreiben aus dem Haus

Hameln. Die Einbrecher, die derzeit in Hameln ihr Unwesen treiben, sind dreist - sie kommen am helllichten Tag, haben offenbar keine Angst, dass sie auf frischer Tat ertappt werden: Allein am Mittwoch wurden an den Straßen „Hohes Feld“, „Entengang“ und am Wilhelmsplatz vier sogenannte Tageswohnungseinbrüche verübt. In einem Fall ist eine syrische Familie durch ein fingiertes Behördenschreiben aus ihrer Wohnung gelockt worden.

veröffentlicht am 03.12.2015 um 10:59 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:21 Uhr

Ulrich Behmann

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Am „Hohen Feld“ kletterten die Kriminellen zwischen 12.30 und 18.30 Uhr auf den Balkon einer Parterrewohnung und hebelten die Tür auf. Es wurden sämtliche Schränke und Schubladen durchsucht. Vermutlich verließen die Täter den Tatort ohne Beute. Am Wilhelmsplatz sollten gleich zwei Wohnungen geplündert werden. Zunächst hätten die Diebe die Hauseingangstür aufgebrochen, teilte Oberkommissar Jens Petersen mit. In dem Gebäude wurden dann die Türen zu Wohnungen im Erdgeschoss und in der ersten Etage aufgehebelt. Auch bei diesen Taten, die zwischen 12.30 und 17.30 Uhr begangen wurden, fanden die Täter offenbar nichts, was sie für wertvoll hielten.
Anders verhält es sich bei einem Einbruch, den es so in Hameln-Pyrmont noch nie gegeben hat: Die Täter lockten die Opfer aus dem Haus. Dazu fälschten sie ein Schreiben der städtischen Ausländerbehörde und schickten es Kriegsflüchtlingen zu, die am Entengang wohnen. Die Diebe teilten der Familie mit, sie müsse am Mittwochvormittag die Behörde aufsuchen, um Detailfragen zum Bleiberecht abzuklären. Die Syrer folgten der schriftlichen Aufforderung. Die Sachbearbeiterin erkannte sofort, dass es sich bei dem Brief um eine Fälschung handelt. Als die Familie nach Hause zurückkehrte, stellte sie fest, dass in der Zwischenzeit jemand die Wohnungstür aufgebrochen hatte. Die Diebe erbeuteten Geld und Schmuck. Der Gesamtschaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt. Der Zentrale Kriminaldienst bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Zeugenhinweise werden unter 05151/933-222 entgegengenommen.
In diesem Jahr sind die Polizisten der Inspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden bereits zu 278 Wohnungseinbrüchen gerufen worden. Das sind sechs Taten mehr als im vorigen Jahr. Um in den beiden Landkreisen weitere Taten zu verhindern, hat die Polizei jüngst eine „Herbstoffensive“ gestartet. In Wohngebieten werden verstärkt Sonderstreifen gefahren. Die Aktion, an der zivile und uniformierte Kräfte teilnehmen, zeigt erste Erfolge: Im November wurden innerhalb weniger Tage nach Einbrüchen in Hameln acht mutmaßliche Täter geschnappt. Die jüngste Verdächtige ist 15, der älteste 25 Jahre alt. Zudem haben Fahnder zwei wegen Eigentums- und Drogendelikten in Erscheinung getretene Männer (24, 44) aus dem Kreis Minden-Lübbecke, die durch die Hamelner Nordstadt fuhren, gestoppt und überprüft. 2013 waren in Hameln-Pyrmont/Holzminden 295 Wohnungseinbrüche registriert worden, 2014 waren es 359.



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