weather-image
16°
×

Dumm gelaufen – Täter wusste nicht, dass Wienerwald schon drei Jahre dicht ist

Einbrecher erbeutet nur Kaugummi

HAMELN. Wie dumm ist das denn? Ein Einbrecher hat sich in Hameln viel Mühe gegeben, dann aber doch nur Kaugummis erbeutet. Er wusste offenbar nicht, dass das ehemalige Restaurant Wienerwald schon seit drei Jahren dicht ist.

veröffentlicht am 09.08.2016 um 15:29 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:03 Uhr

Ulrich Behmann

Autor

Chefreporter zur Autorenseite

Das hatte sich der Einbrecher sicher ganz anders vorgestellt – im Schutze der Nacht schlug er die Glasscheibe einer Tür des ehemaligen Wienerwald-Restaurants am 164er Ring mit einer Metallstange ein, kletterte durch das Loch in das Gebäude und suchte im Schankraum nach Beute. Vermutlich hat er Kriminelle nicht gewusst, dass das Lokal schon seit drei Jahren nicht mehr in Betrieb ist. „Da ist doch nun wirklich nichts zu holen“, sagt Janine Herrmann von der Stadt Hameln – und muss dabei lachen. Der Täter dürfte schon nach kurzer Zeit zu derselben Erkenntnis gelangt sein und bitter daran zu kauen gehabt haben. So viel Risiko für nichts. Vermutlich aus Frust brach er einen Kaugummi-Automaten auf und ließ den Inhalt mitgehen. Danach suchte der Dieb das Weite.

Ein Mitarbeiter der städtischen Gebäudewirtschaft hatte am Dienstagvormittag routinemäßig nach dem Rechten gesehen und den Einbruch entdeckt. Die Polizei wurde gerufen; Zivilbeamte der Tatort-Gruppe nahmen Ermittlungen auf. Immerhin geht es juristisch gesehen um einen besonders schweren Fall des Diebstahls. Da spielt es keine Rolle, wie viel das Diebesgut wert ist. Eine solche Tat kann mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren bestraft werden.

Die erbeuteten Kaugummis sind – wenn überhaupt – nur ein paar Cent wert. Der angerichtete Sachschaden beträgt dagegen mehrere Hundert Euro. Die Stadt Hameln hat die Tür erst einmal notdürftig reparieren lassen. Demnächst kommt der Glaser.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige