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Größere Mengen Marihuana, Kokain und Amphetamine sichergestellt

Drogenring zerschlagen

Hameln. Die fünf Männer waren Anfang Juli kurz nach der Zerschlagung eines von Hameln aus gesteuerten Drogenrings ins Visier der Fahnder geraten – sie stehen im Verdacht, mit großen Mengen Drogen zu handeln. Die Ermittlungen der „Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift“, einer verdeckt arbeitenden Spezialeinheit des Landeskriminalamtes Niedersachsen und des Zollfahndungsdienstes, zogen sich über Wochen hin. Die Tatverdächtigen wurden observiert. Als ein 21-Jähriger nachmittags ein Haus an der Hamelner Wittekindstraße betrat, gab der Einsatzleiter das Zeichen zum Zugriff. Ein Spezialeinsatzkommando der Zollverwaltung nahm den jungen Mann vorläufig fest. Die Polizei geht davon aus, dass das Wohnhaus von der Tätergruppe als Zwischenlager für Rauschgift genutzt wurde. Bei der Durchsuchung der Dealer-Wohnung seien größere Mengen Marihuana, Kokain und Amphetamine sichergestellt werden, sagte gestern Kriminaloberkommissarin Stephanie Weiß auf Anfrage der Dewezet. Drei weitere Durchsuchungen wurden durchgeführt, ein 23-Jähriger vorläufig festgenommen. Das Amtsgericht Hannover erließ gegen den Jüngeren zwar einen Haftbefehl, setzte ihn jedoch unter Auflagen außer Vollzug. Gegen fünf Beschuldigte im Alter von 21 bis 25 Jahren werden nach Informationen unserer Zeitung Ermittlungen geführt.

veröffentlicht am 07.09.2015 um 18:08 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:16 Uhr

Ulrich Behmann

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Die vermeintlich „großen Fische“, die in diesem Fall eine Rolle spielen sollen, hatten die Drogenfahnder bereits im Juni dingfest gemacht. Neun Monate hatten die Beamten an dem Fall gearbeitet. Diesen Beschuldigten wird vorgeworfen, seit Anfang 2014 regelmäßig Rauschgift-Lieferungen aus dem Bereich Den Haag in den Niederlanden erhalten zu haben. Die Ermittler gehen von einem Gesamtlieferumfang von 100 Kilogramm Marihuana und Haschisch aus. Bei den Geschnappten soll es sich um Kuriere und Dealer handeln. Bereits im November vergangenen Jahres waren zwei Hamelner auf dem afrikanischen Kontinent in der spanischen Exklave Ceuta festgenommen worden. Der Mann (24) und seine Begleiterin (26) sollen versucht haben, etwa 26 Kilogramm Haschisch von Marokko nach Europa zu schmuggeln. Polizei und Zoll gehen davon aus, dass die mutmaßlichen Rauschgiftkuriere im Auftrag der sogenannten „Hamelner Gruppe“ und der niederländischen Hintermänner nach Nordafrika gereist sind. Die Fahnder der GER vermuten, dass die Drogenlieferung für Den Haag bestimmt war.

Anfang Juni holten die Rauschgiftfahnder zur Zerschlagung des Drogenrings aus. Zunächst wurde in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni auf der Bundesstraße 83 bei Deckbergen im Landkreis Schaumburg ein mit zwei Niederländern besetztes Auto gestoppt. Bei den Fahrzeug-Insassen (24, 48) soll es sich um Drogenkuriere handeln.

Die Tatverdächtigen seien auf der Fahrt nach Hameln gewesen, um das über die Grenze geschmuggelte Rauschgift im Bereich Emmerthal an örtliche Dealer zu übergeben, sagte Oberkommissarin Weiß. Dazu ließen es die Ermittler nicht mehr kommen. Mehrere Kilogramm Haschisch und Marihuana seien im Hohlraum des Ersatzreifens versteckt worden, hieß es.

Unmittelbar nach der Festnahme der vermeintlichen Schmuggler wurden auch die den Fahndern bereits bekannten mutmaßlichen Rauschgift-Abnehmer, ein 28-jähriger türkischer Staatsbürger und ein 40-jähriger Brite, von Spezialeinheiten festgenommen. Mehrere Wohnungen und ein Firmengelände in Hameln, in Emmerthal und in den Niederlanden seien durchsucht worden, teilte das LKA seinerzeit mit. In 16 Objekten seien zirka 4,5 Kilogramm Marihuana und Haschisch, eine Vielzahl von „Legal-High“-Produkten und andere Beweismittel, wie das Fahrzeug der mutmaßlichen Kuriere und Equipment zum Verarbeiten von Rauschgift, aber auch Goldschmuck und mehr als 35000 Euro beschlagnahmt worden.



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