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In Hameln, Fischbeck und Emmerthal

Drogenrazzia: Polizei durchsucht 16 Wohnungen

HAMELN/EMMERTHAL/ HESSISCH OLDENDORF. Mit einem Großaufgebot von rund 200 Beamten und 14 Rauchgiftspürhunden ist die Polizei am Dienstag gegen mutmaßliche Drogendealer im Weserbergland vorgegangen. Dabei seien 16 Objekte in Hameln, Fischbeck und Emmerthal durchsucht worden, sagte ein Sprecher.

veröffentlicht am 06.03.2018 um 10:47 Uhr
aktualisiert am 06.03.2018 um 15:45 Uhr

An der Waterloo-straße in Hameln stehen Einsatzfahrzeuge der Polizei. Bereitschaftspolizisten der Zentralen Polizeidirektion aus Hannover durchsuchen eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Ermittler waren zuvor offenbar Drogenhändlern auf die Schliche gekommen. Beamte habe bei der Aktion neben Kokain und Marihuana auch Waffen sichergestellt. Mindestens ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, bei zwei weiteren werde wegen eines Drogenfunds die Beantragung eines Haftbefehls geprüft, sagte ein Polizeisprecher.

Um kurz vor 6 begann eine lange im Vorfeld geplante Durchsuchungsaktion. Blau-weiß-lackierte Mannschaftswagen und Zivilfahrzeuge der Polizei fuhren an 16 Wohnhäusern vor. Zeitgleich sprangen Helm tragende Bereitschaftspolizisten der Zentralen Polizeidirektion und Hamelner Kripobeamte aus den Fahrzeugen. Die dunkel gekleideten Spezialkräfte liefen zielstrebig in Richtung der Objekte. Einige Beamte hatten Rammen dabei, um damit Türen aufzubrechen. Die Bewohner sollten überrascht werden.

Kurz darauf führten Polizeibeamte Hunde in die Wohnungen. Für die Durchsuchungen hatten Hamelner Kripobeamte Rauschgiftspürhundeführer aus ganz Niedersachsen angefordert. Polizeibeamte stellten bei ihrer Suche Wohnungen auf den Kopf, waren mitunter bei ihrer Arbeit hinter Fenstern zu beobachten. Mehr war für die Öffentlichkeit nicht zu sehen.

Wie die Polizei am Mittag mitteilte, haben die Ermittler bei zwei Tatverdächtigen eine „nicht geringe Menge“ Kokain gefunden. Damit bezeichnen Polizei und Justiz im Normallfall Funde von mehr als 15 Gramm reinem Kokain.

Sieben Tatverdächtige hatten Marihuana im Besitz, berichtete ein Polizeihauptkommissar. Auch eine kleine aber professionell betriebene Indoor-Plantage soll ausgehoben worden sein. In einer Wohnung in Emmerthal stießen die Polizeikräfte auf drei Dutzend Marihuanapflanzen. Darüber hinaus seien in fast jeder Wohnung Utensilien für den Drogenkonsum gefunden worden.

Polizeiangaben nach wurden zudem Waffen entdeckt. Beamte stellten sechs Schreckschusswaffen, einen Schlagstock, einen Schlagring und zwei als Taschenlampen getarnte Elektroschockgeräte sicher.

Einem der Tatverdächtigen legten die Polizisten einen Haftbefehl vor. Der 29-jährige Hamelner sitzt jetzt im Gefängnis. Er wurde noch gestern in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Derzeit prüfen Ermittler und Staatsanwaltschaft, ob sie gegen zwei weitere mutmaßlich Täter Haftbefehle beantragen. Ob sie einem Haftrichter vorgeführt werden, blieb zunächst offen.

Elf der von den Wohnungsdurchsuchungen betroffenen Tatverdächtigen wurden erkennungsdienstlich behandelt. Im Normalfall heißt das, dass ihnen Fingerabdrücke abgenommen und Fotos für die Kartei gemacht werden.

Bereits seit dem September vergangenen Jahres sollen einzelne Tatverdächtige im Visier der Fahnder sein. Im Januar 2018 konnten Kripobeamte des für Drogendelikte zuständigen 2. Fachkommissariats durch weitere Ermittlungen zwölf mutmaßliche Drogendealer im Alter von 22 bis 40 Jahren identifizieren.

„Der Kreis der Tatverdächtigen wird dem Kern der örtlichen Drogenszene für Marihuana und Kokain zugerechnet“, sagte Polizeihauptkommissar Jörn Schedlitzki. Jetzt kam es zur richterlich erwirkten Durchsuchung, an der 200 Polizeibeamte beteiligt waren.



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