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Zwei Überfälle allein an der Pyrmonter Straße

Dreister Tankstellenräuber muss für vier Jahre in Haft

HAMELN/BIELEFELD. Den Täter zieht es zum Tatort zurück, behauptet ein alter Kriminalistenspruch. Stimmt: Ein 20-Jähriger hat in Hameln innerhalb von zwei Wochen zwei Mal dieselbe Tankstelle überfallen. Und das war längst noch nicht alles. Jetzt wandert er hinter Gitter und in eine Entziehungsanstalt.

veröffentlicht am 06.12.2017 um 17:20 Uhr
aktualisiert am 06.12.2017 um 18:00 Uhr

Gleich zweimal wurde im Jahr 2016 die Westfalen-Tankstelle in Hameln überfallen - im Februar und im März. Foto: ube

Autor:

Ulrich Pfaff
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Die Taten hatten im vergangenen Frühjahr die Kripo in Hameln beschäftigt: Am 20. Februar hatte ein Trio die Westfalen-Tankstelle an der Pyrmonter Straße überfallen. Maskiert und bewaffnet hatten die Täter den Tankstellenmitarbeiter bedroht und zur Herausgabe von Bargeld genötigt: Die Beute betrug 900 Euro und 30 Schachteln Zigaretten. Anfang Juni konnte die Polizei drei junge Männer aus Minden dingfest machen, die nach Veröffentlichung von Fotos einer Überwachungskamera ins Visier der Ermittler geraten waren. Unter ihnen auch der jetzt 20-Jährige, der an einem weiteren Überfall auf dieselbe Tankstelle am 6. März beteiligt war – wie sich nach der Festnahme herausstellte. Bei dieser Tat wurden von zwei bis dahin unbekannten Männern ebenfalls Bargeld und Zigaretten erbeutet. Für den Mindener war das aber noch nicht das Ende der Fahnenstange: Mit seinem Kumpan vom 6. März, einem 20-Jährigen ohne festen Wohnsitz, hatte er am 20. März in Minden ebenfalls eine Tankstelle überfallen, am 27. April eine Spielhalle in Petershagen. Auch hier war jeweils eine Gaspistole im Spiel.

Wie rabiat der Mann, der sich seit Ende November vor dem Landgericht Bielefeld verantworten musste, vorging, zeigt der letzte Überfall in dem Anklagekomplex: Am 11. November wollte er in Minden einen Verbrauchermarkt nach Geschäftsschluss überfallen und schoss mit einer Schreckschusswaffe auf einen Zeugen, der ihn nach dem erfolglosen Versuch kurzzeitig verfolgte.

Der 20-Jährige machte vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts Bielefeld reinen Tisch und räumte die ihm vorgeworfenen Überfälle ein. Seine Drogensucht habe ihn dazu getrieben, sich das nötige Geld zu beschaffen. Dass er in seinem Geständnis zwei Taten zugegeben hatte, die ihm anders nicht hätten nachgewiesen werden können, rechneten ihm die Richter positiv an. So lautete am Mittwoch das Urteil: Vier Jahre Haft wegen besonders schweren Raubes in vier Fällen und versuchter schwerer räuberischer Erpressung in einem Fall. Wegen seiner Drogenabhängigkeit wird der 20-Jährige in eine Langzeittherapie in einer Entziehungsanstalt eingewiesen.

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