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Vater aus Lindhorst gilt als tatverdächtig und sitzt in U-Haft

Drei Monate alter Säugling stirbt an Kopfverletzungen

LANDKREIS SCHAUMBURG. Schrecklicher Vorfall in Lindhorst: Ein drei Monate alter Säugling ist mutmaßlich zu Tode geschüttelt worden. Der Vater des Jungen gilt als dringend tatverdächtig und sitzt in Untersuchungshaft.

veröffentlicht am 18.12.2017 um 18:24 Uhr
aktualisiert am 19.12.2017 um 08:31 Uhr

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Autor:

Gerrit Brandtmann
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Die Tat ereignete sich Ende November. Allerdings gaben Polizei und Staatsanwaltschaft den Vorfall erst jetzt auf Anfrage dieser Zeitung bekannt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 23 Jahre alte Vater sein Kind am 27. November so heftig geschüttelt hat, dass es wenige Tage später im Krankenhaus starb, wie Nils-Holger Dreißig, Sprecher der Staatsanwaltschaft Bückeburg, erklärt.

Unter welchen Umständen das Kind in ärztliche Behandlung gekommen und wie die Polizei auf den Fall aufmerksam geworden ist, wollte Dreißig aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen. Mutmaßlich spielte sich die Tragödie in der Wohnung der Mutter des Säuglings in Lindhorst ab.

Fest steht, dass der Vater am 28. November von der Polizei vorläufig festgenommen wurde. Einen Tag später beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag und Misshandlung Schutzbefohlener. Diesem gab ein Haftrichter statt. Wenige Tage nach der Verhaftung des Lindhorsters sei der Junge gestorben, den genauen Todeszeitpunkt nennt die Staatsanwaltschaft nicht. „Damit haben wir es mit vollendetem Totschlag zu tun. Der Vater streitet die Tat allerdings ab“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Auch gegen die 21-jährige Mutter des Kindes besteht ein Anfangsverdacht. Die Lindhorsterin habe sich gegenüber der Polizei zu dem Sachverhalt geäußert, inwiefern die Frau für den Tod ihres Sohnes mitschuldig sein könnte, gibt die Staatsanwaltschaft nicht preis. Nähere Erkenntnisse habe die Polizei seit dem Vorfall noch nicht ermitteln können.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft rechnet mit einer Anklageerhebung in etwa einem Monat. Höchstens sechs Monate darf ein Tatverdächtiger in der Untersuchungshaft festgehalten werden. „Wenn der Mann wegen Totschlags schuldig gesprochen wird, droht ihm eine Haftstrafe von 5 bis 15 Jahren. Der Tatbestand der Misshandlung Schutzbefohlener wirkt sich dabei verschärfend auf das Strafmaß aus“, erklärt Staatsanwalt Dreißig.

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