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Abgeschoben und trotzdem in Deutschland?

Dieb nach kurzer Verfolgung in Hameln festgenommen

Hameln. Nach einem Diebstahl haben Polizisten am Dienstag einen Mann aus Nordafrika geschnappt, der vermutlich schon vor fünf Monaten in sein Heimatland abgeschoben wurde. Sollte die Identitätsfeststellung ergeben, dass es sich bei dem Tatverdächtigen tatsächlich um den einschlägig bekannten 31-Jährigen handelt, dann sei er bereits im Dezember 2015 in ein Flugzeug gesetzt worden, hieß es.

veröffentlicht am 24.05.2016 um 16:45 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:12 Uhr

Ulrich Behmann

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Der abgelehnte Asylbewerber war seinerzeit – begleitet von Polizisten - von Hameln nach Hamburg gefahren worden war. Die Beamten aus Hameln hätten den sogenannten Schübling zum Flughafen Fuhlsbüttel gebracht, hieß es. Man habe Vollzugshilfe für die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen geleistet, hieß es.

Der Reihe nach: Kurz vor 13 Uhr war der Verdächtige in einem Modegeschäft an der Hamelner Bäckerstraße bei einem Diebstahl beobachtet worden. Ein Ladendetektiv verfolgte den Flüchtenden, der unter seiner Bekleidung einen gestohlenen Herren-Anzug trug. Zu Fuß ging es über die Alte Marktstraße und die Bungelosenstraße bis zum Kopmanshof. Da der Detektiv über Notruf Verbindung zur Regionalleitstelle hielt und von unterwegs immer wieder seinen Standort durchgab, „konnten die eingesetzten Fahndungskräfte zielgenau eingesetzt werden und sich am voraussichtlichen Fluchtweg postieren“, erzählt Oberkommissar Jens Petersen.

Als der Dieb in Sichtweite war, wurde er von Polizisten zu Fuß verfolgt, kurz vor dem Ostertorwall eingeholt und vorläufig festgenommen. Die ganze Flucht habe nur zwei Minuten gedauert, sagte Petersen. Nach der ersten Überprüfung der Personalien staunten die Ermittler nicht schlecht: Der Mann hätte gar nicht in Deutschland sein sollen. Die Identität des mutmaßlichen Täters sei allerdings noch nicht zweifelsfrei geklärt. „Die Ermittlungen und die Folgemaßnahmen dauern daher noch an“, erklärt Petersen.



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