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Falsche Polizisten und falsche Verwandten

Die fiesen Tricks der Telefon-Betrüger

HAMELN. Mit verschiedenen teils altbekannten Tricks versuchen Betrüger wieder einmal, an das Geld gutgläubiger Menschen zu kommen. In Hameln ist es am Mittwochnachmittag zu einer auffälligen Häufung von Anrufen gekommen. Die einen Täter gaben sich am Telefon als Polizeibeamte, die anderen als Verwandte aus.

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

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„Zu einer Geldübergabe ist es zum Glück nicht gekommen“, sagt Oberkommissar Andreas Appel. Der Erste Kriminalhauptkommissar Frank Weiss, Leiter des für Betrugsdelikte zuständigen 3. Fachkommissariats beim Zentralen Kriminaldienst, nimmt die Taten zum Anlass, die Menschen in Hameln-Pyrmont erneut vor den Tätern und ihren Tricks zu warnen. Die Täter rufen von Call-Centern an und führen die Telefonate über das sogenannte „Call-ID-Spoofing“. Das bedeutet, dass im Display des Angerufenen nicht die richtige Telefonnummer des Anrufers erscheint, sondern eine zuvor frei gewählte andere Nummer. Die wahre Identität des Anrufers wird auf diese Weise verschleiert. Die Masche ist so absurd wie einfach: Den meist älteren Leuten wird eine Lüge aufgetischt. Man habe gerade Einbrecher festgenommen und bei den Dieben ein Notizbuch gefunden. Darin stünden Adressen von Wohnhäusern, in die es sich lohne, einzubrechen, erzählt der Täter. Auch die Anschrift des Angerufenen habe man in dem Heft gefunden. Der angebliche Polizist hatte einen sonderbaren Tipp parat: „Heben Sie sofort Ihr gesamtes Geld vom Konto ab und bringen Sie es nach Hause. Ich schicke in Kürze einen Streifenwagen vorbei.“ Solchen Leuten dürfe man keinen Glauben schenken, sagt Andreas Appel. „Wir rufen niemals über 110 an.“

Manch ein Täter gibt sich auch als Rechtsanwalt oder als Staatsanwalt aus. Dann ist natürlich eine ganz andere Telefonnummer zu sehen.

Ein alter Hut, aber leider immer noch aktuell: der sogenannte Enkeltrick. Das ist eine perfide Masche, die Kriminelle anwenden, um hilfsbereite alte Menschen um ihr Erspartes zu bringen. Mal wird glaubhaft versichert, dem Enkel oder dem Neffen sei etwas zugestoßen, mal geht es schlicht um Geld, das noch für den Kauf eines Autos oder eines Hauses fehlt. In einigen Fällen schaffen es die Betrüger, dass die Opfer größere Summen vom Konto abheben. Das Geld wird dann „Boten“ übergeben – und ist für immer verloren.

Auf Facebook wird derzeit vor Werbern gewarnt, die angeblich Stromanbieter vertreten. Ziel ist es, ins Haus zu gelangen. Was diese Personen im Schilde führen, ist noch unklar. Die Polizei geht der Sache nach.

Andreas Appel und Frank Weiss raten: Seien Sie immer skeptisch, wenn sich Personen am Telefon als Amtsträger ausgeben und eine Zahlung fordern.

Bitte machen Sie keine Geld- und Haustürgeschäfte nach einem Telefonanruf und lassen Sie sich nicht zu Auslandsüberweisungen, zum Beispiel per Western Union, auffordern.

Und: Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung.

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