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Junger Mann vor Gericht

Dem Dolchstoß folgten Tritte gegen den Kopf

BAD PYRMONT/HANNOVER. Wegen versuchten Totschlags, räuberischen Diebstahls und Bedrohung muss sich von Dienstag an ein junger Mann aus Bad Pyrmont vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts Hannover verantworten. Der Angeklagte sitzt zurzeit in Untersuchungshaft.

veröffentlicht am 20.11.2017 um 15:37 Uhr
aktualisiert am 20.11.2017 um 19:14 Uhr

Auf dem Gelände des Schulzentrums in Bad Pyrmont ereignete sich die Tag, die Erat B. vorgeworfen wird. Foto: PN-Archiv
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Die Staatsanwaltschaft wirft Rehat B. – Jahrgang 1996 – vor, am 31. Juli dieses Jahres gegen 18.50 Uhr auf dem Gelände des Pyrmonter Schulzentrums einem anderen Mann einen kleinen, etwa fünf bis sechs Zentimeter langen Dolch in die Rippen gestoßen zu haben. Doch damit habe er es nicht bewenden lassen. „Den danach am Boden liegenden Mann soll er gegen den Kopf getreten haben, um ihn zu töten“, teilte der Medienmanager des Landgerichts, Richter Hans-Christian Rümke, mit. Dass es dazu dann doch nicht gekommen ist, soll einem Zeugen zu verdanken sein, der den Angreifer weggedrängt habe. Das Opfer, ein älterer Mann, war nach Ermittlungen der Polizei zur Tatzeit angetrunken und soll Erat B. angepöbelt haben. Doch damit war er ganz offensichtlich an den Falschen geraten. Denn der junge Mann neigt zur Gewalttätigkeit, ist einschlägig vorbestraft und für die Pyrmonter Polizei schon lange kein Unbekannter.

Einige Tage nach dem Vorfall auf dem Schulhof fiel er erneut auf. Am 6. August soll er gegen 1.40 Uhr in einer Pyrmonter Gaststätte einem anderen Gast die Zigaretten weggenommen haben. Als der die Zigaretten zurückforderte, habe er dem Zeugen mit einem Colaglas gegen den Kopf geschlagen und ihm gedroht, er steche ihn ab, wenn er die Gaststätte verlasse.

Das Landgericht hat drei Verhandlungstage angesetzt. Nach dem Auftakt heute soll die Verhandlung am 23. und 27. November fortgesetzt werden.

Dass sich die Tat auf dem Gelände des Schulzentrums ereignet, wirft erneut ein Schlaglicht auf das Treiben dort außerhalb der Schulzeiten. Seit 2014 gilt nach mehreren Vorfällen ein nächtliches Aufenthaltsverbot für Unbefugte von 19 bis 6 Uhr, das aber regelmäßig missachtet wird. „Wir Schulleiter wünschen uns eine intensivere Durchsetzung dieses Verbot“, sagte die Leiterin des Humboldt-Gymnasiums, Dr. Barbara Conring, am Montag.

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