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Erneut brennen vier Container

Containerbrände: Hat Polizei Brandstifter gefasst?

HAMELN. Die Brandserie reißt nicht ab. In der Nacht auf Freitag haben im Hamelner Stadtgebiet erneut mehrere Müllcontainer gebrannt. Die Brände wurden vermutlich gelegt. Innerhalb von nur zwei Stunden rückten Feuerwehrkräfte gleich dreimal aus um an zwei Stellen Flammen in Abfallbehältern zu löschen. In der Nähe eines Tatorts hat die Polizei einen Mann geschnappt. Doch ist er der Täter?

veröffentlicht am 09.06.2017 um 16:45 Uhr

Feuerwehrleute löschten einen Altpapiercontainer an der Prinzenstraße. Der Brand wurde vermutlich gelegt. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Auch Polizisten griffen zu einem Feuerlöscher und erstickten das Feuer in einem Kunststoffbehälter. Bei der Fahndung nach dem mutmaßlichen Brandstifter nahmen Polizeibeamte am frühen Morgen einen Mann vorläufig fest. Das teilte die Polizei auf Anfrage der Dewezet mit. Ob es sich bei ihm um den gesuchten Täter handelt, wollten Kriminalbeamte nicht bestätigen. Der Festgenommene werde noch verhört, hieß am Freitag aus der Dienststelle an der Lohstraße. Offen blieb auch, ob die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen den Mann beantragte.

Um kurz vor zwei Uhr schlugen in der Nacht zuvor Flammen meterhoch aus einem Altpapiercontainer auf dem Hinterhof eines Wohn- und Geschäftshauses an der Prinzenstraße. Die Alarmmeldung erreichte die Feuerwehrleute der Wachbereitschaft, als sie sich auf der Rückfahrt von einem Einsatz an der Friedrich-List-Straße befanden. Dort hatte ein Rauchmelder gepiept. Gebrannt hatte es nicht.

Brandamtmann Eugen Steiger war mit angerückten Polizeibeamten der Erste am Einsatzort. Der Einsatzleiter reagierte prompt. Er zog den lichterloh brennenden 1100 Liter-Rollcontainer von der Wand des Gebäudes weg. Flammen sollten nicht auf der Gebäude übergreifen.

Mit dem Wasser aus einem Tanklöschfahrzeug konnten die Einsatzkräfte das Feuer rasch löschen. Auch die Außenwand des Hauses wurde gekühlt. Am Gebäude sei allerdings kein Schaden entstanden, berichtete Steiger. Vom Altpapiercontainer blieb allerdings nur verschmorter Kunststoffhaufen übrig. Zu der Zeit wussten die Feuerwehrleute noch nicht, dass sie in der selben Nacht drei weitere Containerbrände in Atem halten sollten.

Gegen 2.30 Uhr folgte der nächste Einsatz. An der Rohrser Warte brannte es an gleich zwei Stellen – wieder in Müllcontainern. Während Feuerwehrleute das Feuer in einem der Kunststoffbehälter bekämpften, erhielten sie Hilfe von einer Streifenwagenbesatzung. Eine Polizeikommissarin und Polizeikommissar nahmen einen Pulverlöscher zur Hand und löschten den Schwelbrand in einem nur rund 100 Meter entfernt stehenden weiteren Abfallcontainer. Kurz darauf fuhren mehrere Streifenwagen und auch Zivilfahrzeuge die entlang der Bahngleise führenden Straße an. Polizeibeamte durchkämmten Vorgärten, sahen sich auf Parkplätzen und in Hinterhöfen um. Im Licht von Taschenlampen suchten die Einsatzkräfte nach einer Person. Offenbar war ein Unbekannter in Tatortnähe gesehen worden, den die Ermittler mit den Bränden in Verbindung brachten.

Um kurz nach 5 Uhr drangen Rauschschwaden aus einem an der Sertürnerstraße stehenden Container – nur wenige Meter vom ersten Einsatzort an der Prinzenstraße entfernt. Das Feuer hatten die Brandschützer schnell gelöscht. Die Einsatzkräfte konnten nicht ausschließen, dass der Schwelbrand schon länger brannte und erst gegen fünf Uhr entdeckt wurde.

In der Rattenfängerstadt kam es in der jüngeren Vergangenheit öfters zu Brandstiftungen, bei denen Abfallcontainer in Flammen aufgingen. Erst am vergangenen Wochenende brannten am Hefehof und an der Süntelstraße Container. Am Himmelfahrtstag brannte am Hefehof der Inhalt eines 6,5 Kubikmeter großen Stahlcontainers (wir berichteten).

Im Februar gelang es der Polizei, einen mutmaßlichen Serientäter zu schnappen. Ende vergangenen Jahres hatte ein Feuerteufel vor allem das Bahnhofsviertel in Angst und Schrecken versetzt. Von drei an der Bahnhofstraße gelegten Bränden ging seinerzeit eine große Gefahr aus.

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