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Mann bricht zusammen/ „Gefährliche Stoffe sind ausgegast“

Chemiealarm in Emmern

EMMERN. Mit einem Notarztwagen ist am Dienstagabend ein Mann aus Klein Berkel ins Krankenhaus nach Hameln gebracht worden. Er werde auf der Intensivstation behandelt, teilte die Feuerwehr mit. Mit seinem Auto war der Mann zum Bauhof der Gemeinde Emmerthal gefahren, um dort Pflanzenschutzmittel und Wühlmausgas abzustellen. Ein Nachbar beobachtete, wie der Senior plötzlich ins Taumeln geriet. Er alarmierte den Rettungsdienst.

veröffentlicht am 03.05.2016 um 21:31 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

Ulrich Behmann

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Chefreporter zur Autorenseite

EMMERN. Mit einem Notarztwagen ist am Dienstagabend ein Mann aus Klein Berkel ins Krankenhaus nach Hameln gebracht worden. Er werde auf der Intensivstation behandelt, teilte die Feuerwehr mit. Mit seinem Auto war der Mann zum Bauhof der Gemeinde Emmerthal gefahren, um dort Pflanzenschutzmittel und Wühlmausgas abzustellen. Am heutigen Mittwoch findet auf dem Gelände an der Industriestraße eine Schadstoffannahme statt. Nach Angaben des stellvertretenden Gemeindebrandmeisters Kay Leinemann sind „Stoffe, die nicht ungefährlich sind, ausgegast“. Ein Nachbar beobachtete, wie der Senior plötzlich ins Taumeln geriet. Er alarmierte den Rettungsdienst. Das Opfer sei sehr blass gewesen, habe schlecht Luft bekommen, hieß es. Der 80-Jährige habe zudem über Übelkeit geklagt. „Wir können nicht ausschließen, dass er giftige Gase eingeatmet hat“, sagte Leinemann. Unklar war bei Redaktionsschluss, ob der Hamelner womöglich plötzlich erkrankt ist. Die Polizei Emmerthal leitete Untersuchungen ein. Weil derzeit niemand weiß, ob die zuvor die von Unbekannten abgestellten Gebinde ursächlich für den Zusammenbruch waren, leiteten die Ermittler Verfahren wegen unerlaubten Umgangs mit Abfällen und wegen gefährlicher Körperverletzung ein. Am Mittwoch soll die Staatsanwaltschaft Hannover entscheiden, ob weitere Analysen notwendig sind.

Im Einsatz waren die Feuerwehren Emmern und Kirchohsen, der Gefahrgutzug der Kreisfeuerwehr und der ABC-Zug Marienau mit einer Dekontaminationsstelle sowie die DRK-Bereitschaft aus Marienau. Freiwillige, die sich schweren Atemschutz angelegt hatten, brachten sämtliche Behälter in einen Container. Die Gebinde wurden von der Polizei beschlagnahmt.

 

Spezialkräfte der Feuerwehr sind in Schutzanzügen in Emmern vor Ort. Fotos: ube



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