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Fahnder setzen Drohne und Spürhunde ein

Cannabis-Feld entdeckt: Zwei Brüder aus Hameln unter Verdacht

HAMELN. Nachdem ein Jäger bereits im Juni auf eine Drogen-Plantage gestoßen ist, hat die Polizei nun zwei Wohnungen durchsucht. Zwei Hamelner Brüder sind unter Verdacht, das Feld nahe eines Hessisch Oldendorfer Gewerbegebietes angelegt zu haben.

veröffentlicht am 17.11.2017 um 13:00 Uhr

Mit einer Drohne hat die Polizei Luftaufnahmen von dem Feld angefertigt. Foto: Polizei
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Als der Jäger im Juni ein Wildschwein erlegte, ahnte er nicht, dass er bei der Nachsuche im unwegsamen Gelände auf eine Drogen-Plantage stoßen würde. Der Waidmann informierte die Polizei darüber, dass auf einer unzugänglichen Wald- und Buschfläche ungewöhnliche Pflanzen wachsen. Die Ermittler kamen im Dickicht nicht weiter – sie hätten Macheten gebraucht, forderten deshalb Luftunterstützung an. Mit einer Polizei-Drohne wurde das Gebiet abgeflogen und als Cannabis-Feld identifiziert. Am Donnerstag durchsuchten Rauschgift-Fahnder zwei Wohnungen im Hamelner Basbergviertel. Sie sollen den Drogen-Bauern gehören. Die Beamten leiteten Strafverfahren gegen zwei Brüder (27, 29) ein - wegen des illegalen Anbaus von Betäubungsmitteln. Die in diesem Fall federführende Polizeistation Hessisch Oldendorf wertet den Einsatz als „Ermittlungserfolg im Kampf gegen illegalen Drogenanbau und Rauschgifthandel“.

Die Cannabis-Anbauer hatten sich große Mühe gemacht. Nach Angaben von Polizeioberkommissar Jens Petersen haben sie in einem Wäldchen Bäume gerodet, mit den abgeholzten Baumstämme einen Schutzwall um die zirka 150 Quadratmeter große Lichtung gebaut und Cannabispflanzen angepflanzt. Die Ermittler legten sich zunächst auf die Lauer und überwachten den Bereich – sie hatten ihr Vorgehen zuvor mit der Staatsanwaltschaft Hannover abgestimmt. Es seien auch „optische Überwachungsanlagen zum Einsatz gekommen“, sagte Petersen. Die Aufzeichnungen zeigten, dass eine Person in regelmäßigen Abständen die Cannabis-Plantage aufsuchte und die Pflanzen hegte und pflegte. Dieser Mann wurde bei seinen intensiven gärtnerischen Tätigkeiten beobachtet, das Kennzeichen des Fahrzeugs, mit dem er kam, erfasst und ausgewertet.

Im Laufe weiterer Ermittlungen gerieten die zwei Hamelner Brüder ins Visier der Beamten. Als die Erntezeit gekommen war, schritten Beamte der Polizeistation Hessisch Oldendorf aber dann doch lieber selbst zur Tat – sie entfernten die blühenden und reifen Cannabis-Pflanzen. „Die Pflanzen haben den Laderaum eines großen Transporters gefüllt“, erzählt Jens Petersen.

Die Drogen waren in mehreren Vakuumbeuteln verpackt. Foto: Polizei
  • Die Drogen waren in mehreren Vakuumbeuteln verpackt. Foto: Polizei

Die Staatsanwaltschaft erwirkte derweil Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen der Brüder in Hameln und für ein Gartengrundstück in einem Hessisch Oldendorfer Ortsteil. In einer konzertierten Aktion der Polizeistation Hessisch Oldendorf, dem auch für Rauschgiftdelikte zuständigen Fachkommissariat 2 der Inspektion Hameln und den Hundeführern der Polizeidirektion Göttingen wurden am Donnerstagvormittag die drei Objekte durchsucht.

In der Wohnung des 29-Jährigen wurden lediglich geringe Mengen Marihuana gefunden. Es besteht der Verdacht, dass er Drogen in der Toilette hinuntergespült hat, während die Beamten das Türschloss öffnen ließen. Im Keller sei eine betriebsbereite Anzuchtstation mit 26 Cannabispflanzen und weitere Materialien zur Anzucht von Pflanzen entdeckt worden, hieß es.

Bei dem 27-Jährigen spürten Fahnder 2,5 Kilogramm Marihuana, die in zehn Vakuumbeuteln verpackt worden waren, auf. Auf dem Gartengrundstück, das von den Brüdern gemeinsam genutzt wird, entdeckten die Polizisten in einer Laube eine größere Aufzuchtanlage entdeckt werden. „Es wurden auch bereits abgeerntete Pflanzen sowie weitere Teile für eine weitere Anzuchtanlage gefunden“, sagte Petersen.

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