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Mutiger Ersthelfer verhindert Schlimmeres

Brummi-Fahrer stürzt aus Führerhaus - und wird fast überrollt

HAMELN. Auf dem Gelände des Albert-Einstein-Gymnasiums hat sich am Donnerstagvormittag ein nicht alltäglicher Unfall ereignet – kurz vor der stark abschüssigen Zufahrt ist ein Lkw-Fahrer aus dem Führerhaus seines 7,5-Tonners gestürzt. Ein couragierter Ersthelfer sprang in das Cockpit und verhinderte Schlimmeres.

veröffentlicht am 13.06.2019 um 18:46 Uhr

Ein Notarztteam behandelt den verletzten Lkw-Fahrer, der aus dem Führerhaus des 7,5-Tonners gestürzt ist. Foto: leo
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Auf dem Gelände des Albert-Einstein-Gymnasiums an der Knabenburg hat sich am Donnerstagvormittag ein nicht alltäglicher Unfall ereignet – kurz vor der stark abschüssigen Zufahrt ist gegen 8.30 Uhr ein Lkw-Fahrer aus dem Führerhaus seines 7,5-Tonners gestürzt. Der Mann fiel vor den Lastwagen. Das Vorderrad habe den rechten Fuß überrollt, sagte Polizeikommissarin Anja Warnke. Ein couragierter Ersthelfer griff ein – und verhinderte Schlimmeres. Polier Claudiu Rusu (36) sorgte dafür, dass der 63-Jährige nicht auch noch von den Zwillingsreifen der Hinterachse überfahren wird.

Der Mercedes-Lkw sei zudem gegen einen Fiat Ducato geprallt und habe den Transporter mehrere Meter mitgeschleift, sagte die Ermittlerin. Sowohl der verletzte Brummi-Fahrer als auch der Lebensretter wurden vom DRK mit Rettungswagen zur Notaufnahme des Sana-Klinikums gefahren.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wollte der Lkw-Fahrer aus Sarstedt an dem stehenden Fiat-Lieferwagen vorbeifahren. Der 63-Jährige soll die Fahrertür geöffnet und sich herausgelehnt haben – wohl, um die Fahrbahnbreite besser einschätzen zu können. Als er dem Ducato-Fahrer (48), der neben seinem Transporter stand, zurief: „Das passt“, passierte das Unglück: Der Lkw-Fahrer verlor den Halt – er fiel aus dem Führerhaus und geriet unter den langsam vorwärts rollenden 7,5-Tonner.

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„Ich habe nur das getan, was jeder Mensch in einer solchen Situation tun muss“, meint Claudiu Rusu. Foto: PR

Der Mercedes Atego prallte mit der rechten Front-Seite gegen das Heck des Fiat Ducato und schob ihn meterweit vor sich her. Claudiu Rusu erkannte sofort den Ernst der Lage. Der Rumäne aus der 70 000-Einwohner-Stadt Bârlad, der seit sechs Jahren mit seiner Frau und zwei Kindern in Detmold wohnt, zögerte nicht lange – er lief direkt vor dem Lastwagen auf die andere Zufahrtseite, sprang in das Führerhaus, riss das Steuer rum und zog die Handbremse. Rusu freut sich, dass er zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und helfen konnte. Bescheiden sagt er: „Ich habe nur das getan, was jeder Mensch in einer solchen Situation tun muss.“ Dabei kenne er sich mit Lastwagen gar nicht aus.

Nach Eingang des Notrufes schickte die Leitstelle ein Notarzt-Fahrzeug der Feuerwehr Hameln, einen Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes und ein Hilfeleistungslöschfahrzeug zum Unfallort. Notfallsanitäter der Feuerwehr unterstützten die DRK-Retter bei der Behandlung des Lastwagen-Fahrers. Ersthelfer Rusu war offenbar sehr aufgeregt, er klagte über Schmerzen in der Brust, hatte Herzrasen. Er habe wohl unter Schock gestanden, meinte die Kommissarin.

Der 36-Jährige wurde vorsorglich vom Roten Kreuz ins Krankenhaus gebracht. Fünf Stunden wurde er untersucht und behandelt. Danach kehrte der Polier und Trockenbauer sofort wieder auf die Großbaustelle an der Knabenburg zurück. „Ich muss den Monteuren doch sagen, was als Nächstes zu tun ist“, sagt er lächelnd. Es gehe ihm schon wieder gut.

Mein Standpunkt
Ulrich Behmann
Von Ulrich Behmann

Zweifelsohne – Claudiu Rusu ist ein Held des Alltags – er hat ohne zu zögern sein Leben riskiert, um ein anderes zu retten. Dafür gebührt ihm Dank und Anerkennung. Diesem Mann sollte der Zivilcouragepreis der Stadt Hameln verliehen werden. Er ist ein Vorbild für uns alle.



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