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Verbrechen mit Vorgeschichte

Brandstiftung: Polizei geht von einem Racheakt aus

HESSISCH OLDENDORF. Die Brandstiftung vom Wochenende hat offenbar eine Vorgeschichte. „Wir gehen von einem Racheakt aus“, sagt Erster Kriminalhauptkommissar Frank Beißner. Nach Informationen unserer Zeitung soll der 29-Jährige zudem schon einmal in den Fokus der Brandermittler geraten sein.

veröffentlicht am 17.09.2018 um 16:30 Uhr
aktualisiert am 17.09.2018 um 18:10 Uhr

Völlig verwüstet: Ein Feuerwehrmann führt in dem Wohn- und Geschäftshaus an der Langen Straße/Ecke Mittelstraße Nachlöscharbeiten durch. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Der 29 Jahre alte Mann, der am frühen Sonntagmorgen in der Altstadt von Hessisch Oldendorf ein Feuer gelegt haben soll, ist am Montagnachmittag einem Haftrichter beim Amtsgericht Hameln vorgeführt worden. Das unter anderem für Brand- und Tötungsdelikte zuständige 1. Fachkommissariat des Zentralen Kriminaldienstes in Hameln ermittelt gegen den Hessisch Oldendorfer wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung. Das Verbrechen hat offenbar eine Vorgeschichte. Der Tatverdächtige soll kurz vor Ausbruch des Feuers eine 16-Jährige bedroht und wenig später in der Nähe des Hauses, in dem das Mädchen wohnt, Sperrmüll auf einem Innenhof angezündet haben. „Wir gehen von einem Racheakt aus“, sagte der Erste Kriminalhauptkommissar Frank Beißner. Nach Informationen unserer Zeitung soll der 29-Jährige schon einmal in den Fokus der Brandermittler geraten sein. Im Jahr 2007 hatte es in Hessisch Oldendorf eine Brandserie gegeben. Die Polizei prüft derzeit, ob der Mann noch weitere Taten verübt hat. Das werde in solchen Fällen aber routinemäßig gemacht, sagte Oberkommissarin Stephanie Heineking-Kutschera.

Unterdessen sind die Feuerwehren Hessisch Oldendorf und Krückeberg am Montag gegen 11.45 Uhr erneut zu der Brandruine an der Langen Straße/Ecke Mittelstraße gerufen wurden. Aus dem Dach stieg Rauch auf. Ein Balken schwelte. Weil die Holzkonstruktion in eine Lehmschlagdecke führt, ließ Stadtbrandmeister Karsten Redeker die Zimmerdecke öffnen. Mit Äxten wurde ein Loch hineingeschlagen, sodass dort versteckte Glutnester mit Wasser gelöscht werden konnten. Der Einsatz zog sich bis nach 13 Uhr hin. Bereits am Sonntag gegen 10 Uhr hatten die Freiwilligen Nachlöscharbeiten in der ersten Etage durchführen müssen (wir berichteten).

Die von Brandermittlern zusammengetragenen Indizien und Beweise gegen den mutmaßlichen Brandstifter wiegen schwer. „Der Tatverdacht hat sich erhärtet“, sagte die Oberkommissarin.

Die Polizei hatte die Ruine versiegelt. Foto: ube

Kurz vor Ausbruch des Feuers hielten sich in einer Wohnung im Nachbarhaus an der Langen Straße 71 drei Bewohner (19, 16, 7), darunter die 16-Jährige, und ein Besucher (21) auf. Um 1.21 Uhr hörte der 21-Jährige einen lauten Knall. Als er aus dem Fenster schaute, sah er Feuerschein. Sofort brachten sich die vier jungen Leute in Sicherheit. „Unmittelbar nachdem sie das Gebäude verlassen hatten, kam ein 29-jähriger Mann auf sie zugelaufen. Da dieser zuvor das Mädchen bedroht hatte, bat die Gruppe den Mitarbeiter einer Security-Firma um Hilfe“, erzählt Heineking-Kutschera. Der Mann (60) hatte beim „Herbstflair“ auf dem nahe gelegenen Marktplatz Wache gehalten. Der Sicherheitsdienst-Mitarbeiter hielt den Verdächtigen bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Die Ermittler bringen die Drohung, die der 29-Jährige ausgestoßen haben soll, mit der Brandstiftung in Verbindung. Weitere Details dazu wollen die Polizisten noch nicht preisgeben – „aus kriminaltaktischen Gründen“.

Das unbewohnte Wohn- und Geschäftshaus an der Langen Straße 69 ist nach Angaben der Ermittler „nahezu vollständig ausgebrannt“. Anwohner erzählten Einsatzkräften, dass manchmal Obdachlose in das Gebäude einbrechen und dort übernachten. Zum Glück hielt sich am frühen Sonntagmorgen niemand in dem Haus auf. Ein Übergreifen der Flammen auf das bewohnte Haus Nummer 71 sei nur durch den raschen Einsatz der Feuerwehr verhindert worden, sagte die Oberkommissarin.



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