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Ehemaliges Naturdenkmal

Brandstifter zündet 100 Jahre alten Baum an

HAMELN. Sie ist 100 Jahre alt, 20 Meter hoch und steht neben der Weserpromenade – nur wenige Meter von der Hamel-Mündung entfernt. Früher trug die stolze Esche eine Plakette, die sie als Naturdenkmal auswies. Am Sonntag hat ein Brandstifter in einem Hohlraum, der sich im Stamm befand, ein Feuer gelegt.

veröffentlicht am 23.04.2018 um 18:01 Uhr

Baumbrand an der Weser – die Feuerwehr ist im Einsatz. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Früher trug die stolze Esche eine Plakette, die sie als Naturdenkmal auswies. Aber das ist lange vorbei. Die Stadt Hameln habe den großen Baum vor ein paar Jahren aus der Naturdenkmal-Verordnung herausgenommen, nachdem festgestellt worden war, „dass er schwer geschädigt ist“, sagt Referatsleiter Thomas Wahmes. Die Esche sei aber immer noch „im Rahmen der Baumschutzsatzung geschützt“. Am Sonntag hat ein Brandstifter in einem Hohlraum, der sich im Stamm befand, ein Feuer gelegt. Qualm stieg auf. Gegen 19 Uhr wurde die Feuerwehr gerufen. „Wir haben mit reichlich Wasser gelöscht, sind aber nicht an jedes Glutnest herangekommen“, berichtet Hauptbrandmeister Bodo Kauert. Der stellvertretende Stadtbrandmeister Ulf Magerhans ließ einen Experten des Grünflächenamts kommen. Danach stand der Entschluss fest: Ein Teil des alten Baumes muss gefällt werden – „aus Gründen der Gefahrenabwehr, und weil wir den Schwelbrand innerhalb des Stamms sonst nicht hätten stoppen können“, erklärt Einsatzleiter Magerhans. Oberbrandmeister Olaf Kutzner legte die Kettensäge an und entfernte einen sogenannten Stämmling. Nun ragt nur noch die Hälfte der Esche gen Himmel. Zuvor waren von der Drehleiter aus Seile gelöst worden, die der Esche Stabilität gegeben hatten.

Durch den Notschnitt der Feuerwehr habe sich die Statik des Laubbaumes verändert. Er sei nun windanfällig, sagte Wahmes. Man versuche, den Baum zu erhalten. „Die Esche muss aber eingekürzt werden, damit sie nicht beim nächsten Sturm von einer Böe abgeknickt wird“, erklärt der Rathaus-Sprecher. Bereits in den 1960er und 1970er Jahren hatte man nichts unversucht gelassen, das inoffizielle Wahrzeichen der Promenade zu retten. Seinerzeit waren Hohlräume mit Betonplomben verschlossen worden.



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