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Gemeinschaftlicher versuchter Mord / Bundesgerichtshof hat keine Rechtsfehler gefunden

Brandanschlag – Urteile rechtskräftig

SALZHEMMENDORF. Der Bundesgerichtshof hat die am 17. März 2016 im Zusammenhang mit dem Brandanschlag von Salzhemmendorf gesprochenen Urteile gegen zwei Männer und eine Frau bestätigt – sie sind damit rechtskräftig. Das teilte Richter Hans-Christian Rümke, Sprecher des Landgerichts Hannover, am Montag mit.

veröffentlicht am 30.01.2017 um 17:02 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Die drei Angeklagten hatten seinerzeit Revision eingelegt. Deshalb wurden die Urteile der 13. Großen Strafkammer in Karlsruhe auf Rechtsfehler überprüft. Das Schwurgericht in Hannover hatte die Angeklagten wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes in vier Fällen in Tateinheit mit versuchter schwerer Brandstiftung zu langen Haftstrafen verurteilt. Dennis L. (32) aus Lauenstein, der gestanden hat, am 28. August 2015 einen Molotow-Cocktail zu nachtschlafender Zeit in ein von 31 Asylbewerbern und neun Deutschen bewohntes Haus an der Hauptstraße in Salzhemmendorf geworfen zu haben, muss acht Jahre, Sascha D. (26) aus Salzhemmendorf, der geholfen hat, den Brandsatz zu bauen, sieben Jahre und Saskia B. (25) aus Springe viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Die zweifache Mutter hatte die Männer zum Tatort chauffiert.

Rechtsanwalt Roman von Alvensleben, der den Hauptangeklagten verteidigt hatte, meinte seinerzeit, dass es sich bei der Tat nicht um versuchten Mord, sondern um „versuchte Körperverletzung mit Todesfolge“ handelt. Die Täter wollten angeblich nicht, dass jemand stirbt. Das sahen die Gerichte in Hannover und Karlsruhe offenbar anders.

Der Vorsitzende Richter des Schwurgerichts Hannover hatte klare Worte gesprochen. An die drei Angeklagten gerichtet sagte Wolfgang Rosenbusch: „Durch das, was Sie in dieser Nacht getan haben, unterscheidet Sie nichts von marodierenden SA-Trupps, die am 9. November 1938 jüdische Geschäfte und Synagogen angezündet haben. Es unterscheidet Sie nichts von Ku-Klux-Klan-Mitgliedern, die Menschen aufgehängt haben, weil deren Hautfarbe schwarz ist, und auch nichts von den IS-Terroristen, die in Paris Menschen getötet haben, nur, weil sie anders sind und anders denken.“



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