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Königsnatter entflohen

Brand in Wohnung - Feuerwehr sucht nach Schlange

HAMELN. Eine im Terrarium geplatzte Glühlampe löste am Mittwochmorgen einen Feuerwehreinsatz aus. Die Rauchgase, die durch die Wärmelampe und das entflammte Streu im Terrarium entstanden waren, lösten einen Rauchmelder in einer Wohnung an der Neumarkter Allee in Hameln aus. Da der 30-jährige Bewohner der Wohnung nicht zu Hause war, öffnete die alarmierte Feuerwehr die Wohnungstür und traf auf ein zerstörtes Terrarium. Aus ihm war eine Schlange entwichen. Ein Sucheinsatz folgte.

veröffentlicht am 11.10.2017 um 12:42 Uhr
aktualisiert am 11.10.2017 um 15:40 Uhr

Feuerwehreinsatz in der Neumarkter Allee. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Das Löschen eines Brandes in einem Mehrfamilienhaus hatte die Feuerwehr schnell gelöscht. Ein Entstehungsbrand hat sich nicht ausgeweitet. Dennoch war es für die Feuerwehrleute ein nicht unspektakulärer Einsatz: Sie mussten nach einer ausgebüchsten Schlange suchen.

Zunächst sah es für die Feuerwehr nach einem Routineeinsatz aus. Gestern Vormittag piepte ein Heimrauchmelder in einer Wohnung an der Neumarkter Allee. Nachbarn hatten den schrillen Alarmton des Geräts gehört und die „112“ gewählt. Ein Einsatz, zu dem die Feuerwehr mehrmals pro Monat gerufen wird. Oft ist angebranntes Essen Ursache gefährlicher Rauch in Wohnungen. Diesmal nicht.

Als die Einsatzkräfte eintrafen, zogen Rauschschwaden aus einem auf „Kipp“ stehenden Fenster. In der Obergeschosswohnung schien niemand zu sein. Die Feuerwehr verschafft sich Zugang. Trupps unter Atemschutz machten sich auf die Suche nach der Brandstelle. Sie werden fündig, entdecken ein auf dem Fußboden stehendes Terrarium. Darin lag verbranntes Streumaterial und eine zerbrochene Wärmelampe – aber kein Tier. Den Feuerwehrleiten fällt auf, dass eine Glasschiebetür einen Spalt aufstand.

Kurz darauf erhielten Polizei und Feuerwehr einen Hinweis: Der Bewohner Schlangen soll Schlangen halten. Jetzt war Vorsicht geboten. Niemand wusste, ob es sich um Giftschlagen handelt. Polizeibeamte erfuhren, wo der Hamelner arbeitet. Mit einem Streifenwagen wurde der 30-Jährige von seiner Arbeitsstelle geholt. Der Mann konnte Feuerwehr und Polizei rasch beruhigen: Er hält eine Königsnatter – also keine Giftschlange. „Etwa einen halben Meter lang und daumendick“, wie er Einsatzleiter Thomas Breitkopf aufklärte.

Ob der Hamelner sein Tier einfangen konnte, blieb offen. Eine Katze kann man mit einem angebotenen Leckerli aus einem Versteck locken. Anders bei den Reptilien: Eine in Gefangenschaft gehaltene Königsnatter soll etwa pro Woche ein kleines Nagetier vertilgen. Mit einer Maus dürfte sie nicht sofort anzulocken sein.

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