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Kartons stehen in Flammen

Brand auf Schloss Baum endet glimpflich

BÜCKEBURG. Draußen hatten sich die Teilnehmer einer Freizeit auf Schloss Baum zu einem Schlusskreis ums Lagerfeuer versammelt, als drinnen in Schloss die Alarmmelder losgingen. Im Obergeschoss des Freizeitheims war ein Brand ausgebrochen.

veröffentlicht am 08.08.2017 um 10:05 Uhr
aktualisiert am 08.08.2017 um 16:13 Uhr

Der Brand ist im Obergeschoss des Schlosses im Saal im Bereich eines Klaviers ausgebrochen. Foto: fh
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Klaus Harms, Leiter der Jugendeinrichtung der Schaumburg-Lippischen Landeskirche, stürmte ins Schloss, griff sich Feuerlöscher und versuchte den Brand zu löschen.

Zeitgleich wurde die Feuerwehr alarmiert, die mit der Alarmmeldung „B2-D Feuer Gebäude, Personen in Gefahr“ am Montagabend um 22.58 Uhr vom Sofa oder aus den Betten gescheucht wurde. Die Freiwilligen Feuerwehr Bückeburg-Stadt, Meinsen-Warber-Achum und Rusbend rückten aus. Der gemeldete Brand in einem Freizeitheim setzte sofort alle Kräfte der Feuerwehren sowie Einheiten der Polizei und des Rettungsdienstes in Bewegung, wie Pressewart Steffen Titze ausführte. In dem Heim war eine Kindergruppe aus dem Sauerland untergebracht, die mit dem Schrecken davon kam.

Innerhalb weniger Minuten waren die ersten Einsatzkräfte aus Rusbend und Meinsen-Warber-Achum vor Ort. Während der Rusbender Ortsbrandmeister Volker Janze die Lage erkundete, bauten die weiteren Einsatzkräfte einen Löschangriff auf. Schnell konnten die Einsatzkräfte erleichtert die Rückmeldung geben: „Keine Personen im Gebäude“. Alle Menschen konnten rechtzeitig das Gebäude verlassen. Die frühe Branderkennung war auch aufgrund des Alarms der Rauchmelder im Objekt geschehen.

Kurz nach 23 Uhr war die Alarmmeldung bei der Feuerwehr aufgelaufen.Foto: Feuerwehr/Titze
  • Kurz nach 23 Uhr war die Alarmmeldung bei der Feuerwehr aufgelaufen.Foto: Feuerwehr/Titze
Mit knapp 70 Mann rückten die Wehren der Feuerwehr Bückeburg aus. Foto: fh
  • Mit knapp 70 Mann rückten die Wehren der Feuerwehr Bückeburg aus. Foto: fh
Auf diesem Klavier gerieten Kartons in Flammen, weil sie zu nah an einer Lampe platziert waren. Foto: fh
  • Auf diesem Klavier gerieten Kartons in Flammen, weil sie zu nah an einer Lampe platziert waren. Foto: fh

Ein Trupp unter Atemschutz ging in das Obergeschoss vor und löschte den Kleinbrand. Einsatzleiter Janze schickte einen weiteren Trupp zur Unterstützung vor. Dieser Trupp war mit der Wärmebildkamera ausgestattet. Hiermit wurde der Einsatzbereich auf Brandnester kontrolliert. Mit einem Drucklüfter wurde unterdessen der Brandrauch aus dem Gebäude geblasen. Die Aufräumarbeiten konnten deshalb auch ohne Atemschutz erfolgen. Hierbei wurde der Brandschutt von den Einsatzkräften ins Freie gebracht.

Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehren konnte größerer Schaden verhindert werden. Ein Großteil der alarmierten Einsatzkräfte brauchte nicht mehr tätig werden. Sie standen in Bereitschaft auf der L 450. Aufgrund der in Bereitstellung stehenden Einsatzfahrzeuge kam es zu leichten Verkehrsbehinderungen, insbesondere auch durch den erhöhten Fahrzeugverkehr durch die Erntezeit.

Insgesamt kamen 66 Einsatzkräfte mit 15 Fahrzeugen der Feuerwehr zum Einsatz. Unterstützt wurden sie von Kräften des Rettungsdienstes und der Polizei. Nach rund einer Stunde war der Einsatz für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte beendet.

Zur Brandursache teilte die Polizei Bückeburg mit, dass auf einem Klavier Pappkartons gestapelt worden waren, die zu nah an einer Lampe standen und durch die Hitzeentwicklung in Brand geraten waren. Auf weiter Ermittlungen verzichtete die Polizei nach ihren Angaben.

Klaus Harms war Schreck noch anzuhören, als der Leiter der Freizeiteinrichtung mitten im Schaumburg Wald über den nächtlichen Brand berichtete. Eine Gruppe saß am Abschlussabend rund ums Lagerfeuer, als die Alarmmelder auslösten. Er und Helfer seien ins Gebäude gestürmt und seien bis zum Eintreffen der Feuerwehr mit Eigenmitteln, also Feuerlöschern, gegen den Brand vorgegangen.

„Am nächsten Morgen ist mir dann der Schreck ein zweites Mal in die Glieder gefahren“, schilderte Harms, als er den Saal im Obergeschoss des ehemaligen Jagdschlosses des Fürsten bei Tageslicht in Augenschein genommen hat: „Wir haben ganz viel Glück gehabt. Hier hätten 260 Jahre Geschichte in Flammen aufgehen können. Was für eine Bewahrung.“

Harms und seine Helfer haben jetzt jedenfalls gutzutun. Durch das Pulver der Feuerlöscher ist der Saal, der für Konzerte und als Aufenthaltsraum genutzt wird, in einem desolaten Zustand und muss gereinigt werden. Noch aber war bis Dienstagmittag die Versicherung nicht vor Ort, um den Brandort frei zu geben. Am Mittwoch soll die nächste Gruppe auf Schloss Baum einziehen, eine des Gymnasiums Ernestinum Rinteln. Ob das überhaupt möglich ist, war Dienstag noch offen. Klaus Harms: „Wir versuchen alles.“

Schloss Baum wurde in den Jahren 1760/1761 im Auftrag des Grafen Wilhelm zu Schaumburg Lippe im Stil des spätbarocken Klassizismus mit einem englischen Landschaftsgarten drumherum errichtet . Heute dient das Schloss als Tagungs- und Freizeitstätte der Landeskirche Schaumburg-Lippe und ist eine Bildungsstätte für Seminare, Bildungsveranstaltungen, Ferien- und Wochenendfreizeiten.

Insgesamt stehen 44 Betten im Schloss und in später errichten Nebengebäuden zur Verfügung. Das Gebäude befindet sich bis heute im Besitz des Fürstenhauses zu Schaumburg-Lippe und ist an die Landeskirche verpachtet.

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